Mit Aquarellen an die Spitze: Sergio Ingravalle hat es in die aktuelle Ausgabe der "200 Best Illustrators worldwide 16/17". - © Andreas Zobe
Mit Aquarellen an die Spitze: Sergio Ingravalle hat es in die aktuelle Ausgabe der "200 Best Illustrators worldwide 16/17". | © Andreas Zobe

Bielefeld Bielefelder Illustrator gehört zu den besten der Welt

Renommierte Fachzeitschrift "Lürzer Archiv" führt den Kommunikationsdesigner Sergio Ingravalle als einen der 200 Besten weltweit

Sophia Schmidts

Bielefeld. Alle zwei Jahre bringt das "Lürzer Archiv", ein weltweit bekanntes Fachmagazin für Werbung, seine "200 Best"-Serie heraus. Eine internationale Fachjury bewertet Beiträge aus Digitaler Kunst, Werbefotografie, Verpackungsdesign und Illustration. Jetzt hat es ein Bielefelder geschafft, unter die Besten zu kommen. Mit seinen Aquarellen hat Sergio Ingravalle es in die aktuelle Ausgabe der "200 Best Illustrators worldwide 16/17" geschafft. Die Bilder zeigen Sportler. Skizzen, Ideen und Kritzeleien zieren die Wände von Ingravalles Arbeitszimmer. Jeden kleinsten Einfall hält der Künstler für neue Projekte fest. Seine so genannten "Mind-shots" sind minimalistische, grafische Illustrationen, in denen er sich mit Themen auseinandersetzt, die die Nachrichten dominieren. So leidet in seiner Zeichnung "Pollution" ein Vogel unter Smog. Er trägt eine Gasmaske. In einer anderen fischt ein Mann mit Angel in seinem überdimensionalem Smartphone nach Likes und der Aufmerksamkeit von sozialen Netzwerken. Eine einheitliche Farbwahl zieht sich durch die Serie. "Schwarz, Weiß und Rot sind zusammen am kontrastreichsten, und ich wollte meine Gedanken platt, aber laut ausdrücken", sagt der Illustrator. Ein Ziel aus Studienzeiten Zu seiner Zeichnung "Lemminge" ist Ingravalle die Idee gekommen, als er Jugendliche in einem Café beobachtete. Nur Augen für das Handy habend saßen sie in der Runde, ohne sich mit ihrem Gegenüber zu beschäftigen. Die daraus entstandene Zeichnung zeigt eine Kette von Menschen mit Blick aufs Smartphone - geradewegs einer Klippe entgegengehend. Im Lürzer Archiv zu erscheinen war für Ingravalle ein Ziel, das er sich bereits im Studium gesetzt hat. Die Bewerbung kam dennoch erst jetzt in Frage. "Mir war wichtig, meinen eigenen Stil gefunden zu haben, hinter dem ich noch Jahre später stehen kann", sagt Ingravalle. Seine von der Jury ausgewählten Werke dreier Sportler in dynamischer Körperhaltung basieren auf Fotovorlagen. Sie sind ein Mix aus Aquarellmalerei und Bildbearbeitung am Computer. Mit dieser Technik fertigt der Illustrator auch Porträts prominenter Schauspieler und Fußballmanager an, die in Zeitschriften wie der "Gala Men" oder "Four Four Two", einem großen Fußballmagazin aus Großbritannien, abgedruckt sind. Aller Anfang ist dennoch schwer. Um in der Branche Fuß zu fassen, fertigte der Designer häufig Arbeiten ohne Bezahlung an. Und die Angst vorm weißen Blatt kennt auch er gut. Auf einer Reise nach Inspiration quer durch Asien und Australien lernte Ingravalle Künstler verschiedenster Religionen und Kulturen kennen. "So unterschiedlich wir auch sind, fängt doch jeder mit einem weißen Blatt Papier an", sagt er. Wichtig sei nur, mit Leidenschaft an seiner Arbeit dranzubleiben. Ein eigener Blog und Verweise im Internet bieten die Möglichkeit, auch internationale Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Die vergangenen drei Monate kam für den Bielefelder alles auf einmal. Eine Agentur aus Dubai hat ein neues Dosendesign für Coca Cola angefragt. Auch in Mexiko ist der Illustrator mittlerweile gefragt und entwirft Cover für Magazine im Stil seiner sogenannten "Mindshots". Im Lürzer Archiv erwähnt zu werden ist eine große Ehre für Ingravalle. "Mich freut besonders, auf einer Liste von Leuten zu stehen, die ich schon seit langer Zeit selbst mit Interesse und Bewunderung verfolge", erklärt der Künstler.

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