Plötzlich sind es vier Bücher: Als Stefan Schwinn 2011 mit dem "Kleinen Ritter Apfelmus" anfing, rechnete er auch nicht damit, fünf Jahre später schon mit "Tom im wilden Westen" das vierte Kinderbuch präsentieren zu können. Ein Ende scheint nicht in Sicht. - © Kurt Ehmke
Plötzlich sind es vier Bücher: Als Stefan Schwinn 2011 mit dem "Kleinen Ritter Apfelmus" anfing, rechnete er auch nicht damit, fünf Jahre später schon mit "Tom im wilden Westen" das vierte Kinderbuch präsentieren zu können. Ein Ende scheint nicht in Sicht. | © Kurt Ehmke

Bielefeld Stefan Schwinn schreibt Bücher für kleine Leser

Ein Mann zwischen Helden

Kurt Ehmke

Bielefeld. Vermutlich mag es ein fast 50-Jähriger nicht, wenn über ihn geschrieben wird, dass ihn sein Hobby jung hält. Stefan Schwinn muss damit leben. Denn auch in seinem vierten Buch hat er wieder Kinder im Blick, denkt er sich ein in ihre Wünsche, Träume und Denkweisen. Schwinn, Lehrer am Max-Planck-Gymnasium, zeigt sich dabei extrem flexibel: Penetrieren andere Autoren nach einem Erfolg meist in hohem Tempo ihre Helden und bemühen sich auf dem Büchertisch um sofort erkennbare Ware, so wechselt Schwinn locker hin und her. Erst begeisterte er seine Leser mit Ritter Apfelmus, dann mit Käpt'n Donnerpaule, dann wieder mit Ritter Apfelmus und nun mit Toms wilder Reise in den Wilden Westen - Fußballabenteuer inklusive. Kurz: Schwinn lebt nicht von seinen Büchern, er lebt hier nur eine Leidenschaft aus. Und da darf man sich auch mal von den Gesetzen des Marktes lösen. Der Lehrer weiß, dass das nicht so verkehrt ist: "Es ist völlig unmöglich, damit reich und berühmt zu werden", sagt er lachend, "aber so kann es einfach nur positiv sein und richtig Spaß machen." Das macht es ihm, das ist unübersehbar und drückt sich auch in jeder Zeile aus. Und so ist Schwinn dankbar, "dass ich bei einem Independent-Verlag untergekommen bin" - bei der "edition zweihorn". Schwinn sagt locker: "Ich darf machen was ich will." Allerdings darf er nicht mehr andeuten, dass sein Sohn David irgendwas mit den handelnden Personen, mit den Träumen und Ideen der Protagonisten zu tun hat. Beim ersten "Ritter Apfelmus" hatte Schwinn noch gerne erzählt, dass das Buch aus spontan erzählten und gemeinsam weitergesponnenen Gute-Nacht-Geschichten für den Sohn entstanden war, jetzt sagt er nur noch: "David kann das nicht mehr hören, da wird er richtig sauer." Also, es sei hiermit klargestellt: David träumt nicht vom Wilden Westen und befindet sich auch nicht auf einer Zeitreise oder so. Er ist auch längst zu alt für Papas Bücher - die liest Schwinn nämlich weiterhin in zweiten und dritten Klassen vor - die neueste Lesereise beginnt Donnerstag. Schwinn, der selbst fünfte bis siebte Klassen unterrichtet, sagt über die Lesungen: "Dieses Publikum ist einfach wunderbar, die Kinder sind sehr direkt und aufgeschlossen." Er müsse zugeben, dass in ihm auch immer ein wenig der Lehrer im Hinterkopf dabei sei, "nicht als Spion, aber als interessierter Beobachter". Für ihn hat der Reiz des Schreibens auch mit dem vierten Kinderbuch nicht nachge-lassen. Fest steht: "Ein Apfelmus muss noch kommen - das geht gar nicht anders." Also: Mindestens ein Abenteuer in der Burg, die durchaus an die Sparrenburg erinnert, gibt es noch. Und dann wird Schwinn wieder besonders auf diesen Moment warten: "Nach dem Schreiben kommt das Lektorat - und dann immer als Höhepunkt die Illustration." Auf den Moment, wo seine Figur, seine Geschichte, ein Gesicht bekommt, freut er sich immer besonders. "Das ist spannend, da komme auch ich immer noch einmal tiefer in meinen Text hinein." Über die Bilder reist der Autor durch die eigene Geschichte. Wer mitreisen will, als Schulklasse, kann Schwinn anmailen und einen Termin vereinbaren - über die Mail der-kleine-ritter-apfelmus@web.de

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