Tausende Besucher beim Mädelsflohmarkt im Ringlokschuppen. - © Barbara Franke
Tausende Besucher beim Mädelsflohmarkt im Ringlokschuppen. | © Barbara Franke

Bielefeld Tausende Frauen beim Mädels-Flohmarkt im Ringlokschuppen

Vintage-Welle hat Bielefeld erfasst

Heidi Hagen-Pekdemir

Bielefeld. Vorsicht Frauen, dieser Virus ist hochansteckend. Von London aus hat er über Herford nun Bielefeld erreicht, der Mädelsflohmarkt. Zur zweiten Auflage dieser Trödel- und Spaßveranstaltung erlagen am Samstag Tausende diesem Taumel, der in Bielefeld beziehungsvoll „kauFRAUsch" heißt. Die Vintage-Welle ist nicht aufzuhalten. Bevor in Herford der Flohmarkt „Weiberkram" zum ersten Mal stattfand, hat sich so manche Ostwestfälin nach London aufgemacht – allein der getragenen Klamotten wegen. Dieser Weg bleibt den Frauen künftig erspart. Dank Christian Vogedes und seinen Mitstreitern, die nach dem ersten „kauFRAUsch" vor zwei Monaten im Stadtpalais die zweite Veranstaltung in den Ringlokschuppen verlegt haben. Auf eine größere und hellere Fläche – und mit der doppelten Zahl der Anbieterinnen. 100 Stände konkurrierten mit ihren Sortimenten aus ollen Klamotten, Glitzerschmuck, Stiefeln, Schuhen und allem, was Frauen in diesen ganz besonderen rauschartigen Zustand versetzt. Skibrille, Allwetterstiefeln, Strickmützen Ein Dirndlkleid des Labels „Landhaus" ist der Hingucker am Stand von Alexandra Johanning. Eine stattliche Auswahl Guess-Handtaschen sind ebenfalls nicht zu übersehen. Der Preis dieser schrillen Accessoires? „Eine Kategorie möchte ich los werden, für die andere möchte ich Geld haben", antwortet die Anbieterin geheimnisvoll und lächelt. Skibrille, Allwetterstiefeln, Strickmützen und -schals im Norwegermuster – bei 26 Grad Außentemperatur ein gewagtes Angebot. Janina Hoogenboom und Synke Petschinka haben es geahnt: „Winter läuft gar nicht.". Stattdessen finden Tops und Flipflops rasch neue Trägerinnen. „Das Geschäft lohnt sich für uns allemal", sagt Hoogenboom. Sechs Stunden dauert der Markt, zehn Euro zahlen die Anbieterinnen für einen Meter Fläche. „Die Organisation ist toll", ergänzt Petschinka. „Wir konnten unsere Ware mit dem Auto direkt vor den Eingang fahren." Manche Anbieterin nutzt den Markt, um selbst zu shoppen. Wie Maren Westerwelle, die ein glitzerndes Sortiment aus Modeschmuck und Abendtaschen arrangiert hat. Sie zeigt auf ihren blauen Schulterbeutel. „Darin steckt schon wieder Nachschub." Schmuck, den sie zunächst selbst tragen wird. „Passt nicht", dieses Argument zieht nicht beim Mädelsflohmarkt. Schuhe werden bis Größe 43 angeboten, Kleider an manchen Ständen sogar im Supersize-Format XXL, was der Konfektionsgröße 54 entspricht. Wetterunabhängig stöbern Außer der Vielfalt sind es die Preise, die Frauen an Secondhand-Börsen besonders schätzen. „Hier ist alles viel günstiger", sagt Waltraud Ische. „Ein angenehmes Preisniveau", stimmt ihre Tochter Tatjana zu. „Man kann in aller Ruhe wetterunabhängig stöbern und die Teile sogar auf dem WC anprobieren," schwärmt sie. „Eine super Location." Auch wohl deshalb, weil dieser Flohmarkt ausklingt wie jeder andere Shoppingtour – bei einem Prosecco draußen auf der Terrasse. Dort steht außerdem ein Foodtrack mit feinen, auch veganen Häppchen. Und ein Mini, den das Autohaus Becker-Tiemann abgestellt hat. Die Mitarbeiterinnen Jacqueline Pollmeier und Susanne Herzig haben ihre Chance genutzt. und neben das Auto selbst einen Kleiderständer mit ausgemusterter Garderobe platziert. „Wenn wir heute schon arbeiten müssen, dann wollen wir auch Spaß dabei haben", sagt Herzig. Ein gefragter Mann ist an diesem Tag Christian Vogedes, der Veranstalter. „Wann steigt die nächste Veranstaltung?", wollten die Frauen von ihm wissen. Sein Versprechen: „In zwei bis drei Monaten."

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