Neue Situation: Während an der Rolandstraße auf einer Seite nur noch auf der Fahrbahn geparkt werden (links) darf, gilt jetzt rechts absolutes Halteverbot. Die alten Bodenmarkierungen zum Gehwegparken wurden grau übermalt. - © Andreas Frücht
Neue Situation: Während an der Rolandstraße auf einer Seite nur noch auf der Fahrbahn geparkt werden (links) darf, gilt jetzt rechts absolutes Halteverbot. Die alten Bodenmarkierungen zum Gehwegparken wurden grau übermalt. | © Andreas Frücht

Bielefeld Kritik an neuen Halteverboten

Bielefelder Westen: Mehr Platz für die Feuerwehr, Irritationen bei den Anwohnern. Einige Schilder stehen anscheinend falsch herum, graue Streifen sorgen für Unmut

Jens Reichenbach

Mitte. Weil Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge durch eng bemessene Straßen kaum mehr durchkamen, musste die Stadt Mitte April an 18 Straßen im Bielefelder Westen zwischen Sudbrack- und Wertherstraße neue Halteverbote einrichten. Zunächst gab es für Falschparker "Höflichkeitsverwarnungen". Seit der ersten Maiwoche hagelt es aber auch Knöllchen - und die Betroffenen sparen nicht mit Kritik. In der Rolandstraße zum Beispiel wurden erst am Freitagmorgen die Bodenmarkierungen grau übermalt: "Und gleich am Nachmittag gab es schon die ersten freundlichen Verwarnungen", berichtet Anwohner Gerd Sielemann. Die Stadt verteilte also Infozettel, ohne Bußgelder einzuziehen. Trotzdem kritisiert Sielemann das Vorgehen: "Das geht ganz schön schnell. Dabei haben die erst vor drei Tagen die letzten Markierungen übermalt - dort, wo am Freitag noch Autos standen." An der Rolandstraße ist das Gehwegparken, das bisher auf beiden Seiten erlaubt war, neuerdings verboten. Dafür dürfen Fahrzeuge auf einer Seite komplett auf der Fahrbahn parken, während auf der anderen absolutes Halteverbot gilt. "Ich habe nachgemessen. Dadurch stehe ich 70 Zentimeter weiter innen", betont Sielemann. Ralf Kleimann, Leiter der Straßenverkehrsbehörde, erklärt: "Da gegenüber Halteverbot herrscht, ist dennoch mehr Platz." Hubertus T. (Name geändert) findet zudem die übermalten Markierungen verwirrend: Die alten Streifen, die bisher die Parkflächen bis auf den Gehweg auswiesen, sind trotz grauer Farbe noch zu erkennen. "Viele glauben, dass sie dort noch parken dürfen", berichtet er. "Am nächsten Tag hängen an zahlreichen Windschutzscheiben Knöllchen." Auch hier erklärt Kleimann: "Die alten Markierungen wurden mit grauer Farbe übermalt, damit klar ist, dass man hier nicht mehr parken darf." Da aber nie genau die Farbe der Gehwegplatten zur Verfügung stehe, könne man sie noch sehen. "Das ist nicht richtig glücklich", räumt Kleimann ein. "Wir hätten die Platten lieber ausgetauscht, wenn die Stadt das Geld dafür übrig hätte." Dass die Knöllchen, die seit der ersten Maiwoche verteilt werden, die Anwohner unvorbereitet erreichen, lässt Kleimann nicht gelten: "Seit dem 18. April haben wir Falschparker mit Infozetteln auf ihre Fehler hingewiesen." Dort, wo deutlich wurde, dass selbst die Infozettel nicht helfen, haben die Politessen Aufkleber mit dem konkreten Verstoß dazugeklebt. Etwa: "Sie parken verbotswidrig auf dem Gehweg." "Schließlich wollen wir die Straße frei kriegen. Wenn das mit Infozetteln nicht gelingt, dann müssen wir eben ahnden", erklärt Kleimann. Irritationen gibt es auch an der Kriemhildstraße, die man nur über die Rolandstraße erreichen kann - die Zufahrt über die Stapenhorststraße ist untersagt: "Dort stehen die Halteverbotsschilder für die Autofahrer falsch herum", sagt Anwohner Wolf-Dietrich Krüger. Eben nicht, meint die Stadt: Das ist eine "unechte Einbahnstraße", die beidseitig befahren werden dürfe. "In so einem Fall müssen die Schilder in Fahrtrichtung rechts stehen", sagt Kleimann "Ortsunkundige sehen die Schilder tatsächlich zuerst von hinten." Dennoch sei man verpflichtet nachzusehen, betont der Abteilungsleiter. "Und warum stehen die Schilder in der Bossestraße richtig herum?", fragt Krüger. "Das ist auch eine unechte Einbahnstraße." Kleimann: "Wenn das stimmt, muss es in der Bossestraße geändert werden."

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