SEK-Einsatz glimpflich beendet: Polizisten führen den leicht verletzten Mann zu einem Rettungswagen. - © Christian Mathiesen
SEK-Einsatz glimpflich beendet: Polizisten führen den leicht verletzten Mann zu einem Rettungswagen. | © Christian Mathiesen

Bielefeld 39-Jähriger empfängt Polizei mit Beil - SEK mehrere Stunden im Einsatz

Nachbar hatte nach zweimaliger Randale die Polizei gerufen

Jürgen Mahncke

Bielefeld. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) haben am Ostersonntag in Bielefeld einen Mann überwältigt und festgenommen. Der 39-Jährige hatte am Mittag einer Polizeistreife nicht geöffnet, ihr ein Beil gezeigt und sich dann in seiner Wohnung verschanzt. Gegen 12.30 Uhr ging bei der Polizei der Notruf eines Bewohners aus der Heeper Straße ein. Er beschwerte sich darüber, dass einer seiner Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus randalieren würde. Bereits am Samstag hatte er die Polizei wegen Ruhestörung und der Bedrohung mit einem Hammer durch denselben Nachbarn kontaktiert. Die Polizei hatte danach die Heeper Straße aufgesucht, aber eine vollkommen ruhige Lage festgestellt. Nach der erneuten Beschwerde von Ostersonntag fuhr eine Streife in Begleitung des Kriseninterventionsdienstes der Stadt Bielefeld zu dem Mehrfamilienhaus. Auf Klopfen im dritten Obergeschoss öffnete keiner die Tür. Nach erneuter Ansprache durch die Beamten hörten sie von innen ein ständiges Bollern vor die Wohnungstür. Dann schob sich plötzlich die Schnittfläche eines Beils unter der Tür durch. Heeper Straße komplett gesperrt Um eine eigene Gefährdung und die von Nachbarn auszuschließen, wurden Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos aus Münster zur Heeper Straße beordert. In der Zwischenzeit hatten Polizeibeamte das Haus umstellt und die Heeper Straße auf Höhe der Huberstraße komplett gesperrt. Der Busverkehr wurde umgeleitet, Bewohner konnten ihre Häuser nicht mehr verlassen oder betreten. Feuerwehrleute der Hauptwache trafen mit einer Drehleiter und einem Löschfahrzeug vor Ort ein. Zwei Sprungpolster wurden vor und hinter dem Haus aufgeblasen, falls der Mann sich aus dem dritten Obergeschoss stürzen sollte. „Dass die Feuerwehr so massiv in einen SEK-Einsatz eingebunden wird, ist äußerst selten," sagte Einsatzleiter Frank Klumpe. Im Korb einer Drehleiter fuhren zwei SEK-Beamte zu dem Wohnungsfenster im dritten Obergeschoss hoch. Über einen Lautsprecher sprachen sie den 39-Jährigen an. „Kommen Sie nach vorne ans Fenster, ich kann Ihnen helfen, ich möchte mit Ihnen am Fenster reden", war durch ein Megaphon zu hören. Leichte Kopfverletzungen Unmittelbar danach hörte man dumpfe, laute Geräusche aus der Wohnung. Vermutlich hatten SEK-Beamte die Wohnungstür eingerammt und den 39-Jährigen überwältigt. Gegen 17.45 Uhr wurde er mit einer Decke verhüllt zu einem Rettungswagen gebracht und ins Krankenhaus transportiert. Nach Polizeiangaben soll er leichte Kopfverletzungen erlitten haben. Wie Sonja Rehmert von der Polizei Bielefeld mitteilte, soll der Mann psychisch krank sein. Er sei in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Einbrüchen und Sachbeschädigungen aufgefallen.

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