Mehrere Mannschaftswagen der Polizei stehen vor dem betreffenden Gebäude. - © Foto: Andreas Frücht
Mehrere Mannschaftswagen der Polizei stehen vor dem betreffenden Gebäude. | © Foto: Andreas Frücht

Bielefeld SEK nimmt in Bielefeld zwei Räuber und drei Unbeteiligte fest

Schwerer Raub: Täter locken Opfer (19) in eine Falle und bedrohen es mit einer Schusswaffe und Messern. Spezialeinsatzkräfte durchsuchen das Gebäude stundenlang nach den bewaffneten Räubern

Jürgen Mahncke
Jens Reichenbach

Bielefeld. Bei einem Polizeieinsatz in einem Gebäude an der Jöllenbecker Straße (Höhe Mindener Straße) hat das Spezialeinsatzkommando (SEK) am Dienstag fünf Personen festgenommen. Zwei von ihnen wirft die Polizei die Beteiligung an einem schweren Raub mit Schusswaffe vor. Kurz nach 16 Uhr hatte die Bielefelder Polizei den Notruf eines 19-jährigen Bielefelders erhalten, der den Großeinsatz auslöste. Was war passiert? Der junge Mann soll nach eigenen Angaben auf dem Jahnplatz von zwei Männern angesprochen worden sein. Möglicherweise kannten sich die Männer, sagt die Polizei. Unter einem Vorwand lockten sie den 19-Jährigen von dort in das mehrgeschossige Wohnhaus an der Jöllenbecker Straße 7. In einer der Wohnungen warteten nach Angaben des Opfers bereits zwei weitere Männer auf den jungen Mann, das von der Gruppe körperlich misshandelt und mit einer Schusswaffe sowie Messern bedroht wurde. Schließlich nahmen sie dem 19-Jährigen 130 Euro ab. In einem günstigen Moment konnte der 19-Jährige dann aus dem Gebäude flüchten und die Polizei alarmieren. Die rückte kurze Zeit später mit Teilen einer Einsatzhundertschaft sowie Kräften des Spezialeinsatzkommandos an und umstellten das Haus. Der Zugang zum Haus wurde mit Absperrband gesperrt, mehrere Mannschaftswagen der Polizei standen davor. Das Opfer wurde zwar massiv attackiert, verletzte sich aber nur leicht. Weil davon auszugehen war, dass die Täter im Haus bewaffnet sind, betraten die Einsatzkräfte mit äußerster Vorsicht das Haus. Über Stunden durchkämmten die Beamten das Gebäude nach möglichen Komplizen. Vorher hatte die Staatsanwaltschaft einen entsprechenden Durchsuchungsbeschluss erteilt. Im zweiten Obergeschoss haben die Festnahmespezialisten des SEK schließlich drei Tatverdächtige festgenommen. Aber auch anschließend wurde jeder Bewohner des Hauses überprüft. Dabei konnte eine weitere verdächtige Person vor der Haustür gestoppt und vorläufig festgenommen werden. Ob dieser vierte Mann an der Raubtat beteiligt war, blieb zunächst unklar. Bei ihm wurde immerhin ein illegaler schlag- und druckkraftverstärkender Gegenstand gefunden, wie es die Polizei formulierte. Mit einem Gefangenentransporter wurden alle fünf in das Polizeipräsidium gebracht. Hier fanden die ersten Vernehmungen statt. Inzwischen ist klar, dass nur zwei der fünf Festgenommenen an der Raubtat beteiligt gewesen sein sollen, bestätigte Ridder. "Die anderen drei hatten Ähnlichkeiten mit den Gesuchten, wurden aber nach der Aufklärung sofort wieder auf freien Fuß gesetzt." Zwei bereits identifizierte Komplizen werden aktuell noch gesucht. Die Sicherung von Spuren und Beweismaterial dauerte am Dienstag bis in die Nacht an. Nach Angaben von Polizeipressesprecher Achim Ridder könne über das Motiv für die Tat aus ermittlungstaktischen Gründen nichts gesagt werden.

realisiert durch evolver group