Für ihr Engagement wurde Rena Tangens nun ausgezeichnet. - © Barbara Franke
Für ihr Engagement wurde Rena Tangens nun ausgezeichnet. | © Barbara Franke

Bielefeld Zweiter Bielefelder Frauenpreis geht an Rena Tangens

Die Präsidentin der Welthungerhilfe Barbara Dieckmann würdigt die Datenschutzaktivistin in ihrer Laudatio

Heidi Hagen-Pekdemir

Bielefeld. "Ich bin begeistert", rief Rena Tangens und reckte die Arme in die Höhe. Die Datenaktivistin ist Preisträgerin des Bielefelder Frauenpreises 2016. Im Theater am Alten Markt (TAM) erhielt sie vor 300 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft als sichtbares Zeichen den Bielefeld-Ring. Der Bedeutung eines Frauenpreises ging Barbara Dieckmann auf den Grund. "Es ist in meinen Augen auch eine Motivation zu erleben, dass es sich für starke, kreative und mutige Frauen lohnt, sich zu engagieren", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe und frühere Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn in ihrer Laudatio. Und an Rena Tangens gewandt: "Als Sie 1985 anfingen, sich mit der digitalen Welt zu beschäftigen, war das noch kein Feld für Frauen." Durch ihre Aktivitäten habe die Bielefelderin schon früh auf die Chancen und Risiken der Digitalisierung hingewiesen. Insgesamt acht Kandidatinnen waren in diesem Jahr nominiert. Auf Tangens hatte sich die Jury in einer mehrstündigen Sitzung geeinigt. Als deren Sprecherin erläuterte Gabriele Behler die Entscheidung. "Wir wollten und konnten nicht die Beste aussuchen", wiederholte die Ex-NRW-Schulministerin ihre Aussage von 2014. Auch sei es nicht darum gegangen, eine Rangfolge zu erstellen. Tangens erhalte die Auszeichnung stellvertretend für alle anderen Nominierten. Frauen mit Zivilcourage und Engagement gebe es erfreulich viele. "Wir hatten die Qual der Wahl." Kriterien wie Eigeninitiative, Vorbildfunktion und Außenwirkung lagen der Entscheidung zugrunde."Auch wollten wir dem Mangel an öffentlicher Anerkennung in Bielefeld entgegentreten", sagte Behler. Mit ihr tagten in der Jury: Brigitte Mohn, Bertelsmann-Stiftung, Ricarda Osthus, Kommunalpolitikern und Rechtsanwältin, Ex-Uni-Kanzler Hans-Jürgen Simm, Lutz Worms, Vorsitzender der Bürgerstiftung, die Journalistin Jutta Küster und NW-Lokalchefin Andrea Rolfes. Der Frauenpreis ist eine gemeinsame Auszeichnung, die der Bund der Frauenvereine und die Neue Westfälische gemeinsam ausloben. Angelika Vogel, Vorsitzende der Aids-Hilfe Bielefeld, hatte im Jahr 2014 den ersten Bielefelder Frauenpreis gewonnen.

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