Eine Bielefelderin mit dem Lieblingshobby "Heiraten" hat sich mit ihren Eheaktivitäten vertüddelt und muss wegen einer Doppelehe eine Geldstrafe zahlen. - © DPA
Eine Bielefelderin mit dem Lieblingshobby "Heiraten" hat sich mit ihren Eheaktivitäten vertüddelt und muss wegen einer Doppelehe eine Geldstrafe zahlen. | © DPA

Bielefeld Doppelehe: Bielefelderin muss Geldstrafe zahlen

Eine Bielefelderin wurde ihr Heiratsdrang zum Verhängnis

Nils Middelhauve

Bielefeld. „Die Ehe ist ein Thema, dass Sie seit Ihrer Volljährigkeit beschäftigt“, sagte die Amtsrichterin in der Urteilsbegründung zur Angeklagten. Dieser Eindruck ist nicht von der Hand zu weisen: Bereits viermal war die gebürtige Bielefelderin zuvor verheiratet gewesen – problematisch aus juristischer Sicht wurden die Hochzeiten Nummer fünf und sechs. Das Amtsgericht verurteilte die 51-jährige Frau am Donnerstag wegen einer Doppelehe zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro. Als die Angeklagte 2013 zum fünften Mal heiraten wollte, traten bürokratische Hindernisse auf: Ihr aus Belgien stammender Auserwählter war dort ebenfalls verheiratet gewesen, konnte dem für das Paar zuständigen Standesamt in Niedersachsen seine rechtskräftige Scheidung jedoch nicht belegen. Kurzerhand ließen sich die beiden in Dänemark trauen, wo das fehlende Scheidungsdokument offenbar kein Hindernis war. Zurück in Deutschland beabsichtigte das Paar, einen gemeinsamen Ehenamen zu beantragen und legte dem Standesamt die dänische Heiratsurkunde vor. Den in Niedersachsen gestellten Antrag verfolgte das Paar jedoch alsbald schon nicht mehr, da die Beziehung auseinanderging. Als die Angeklagte im Februar des vergangenen Jahrs im Bielefelder Standesamt zum nunmehr sechsten Mal heiratete, verschwieg sie die in Dänemark geschlossene und nach wie vor bestehende Ehe – wissend, dass diese bei korrekter Erwähnung ein Problem für die abermalige Trauung dargestellt hätte. Als das Bielefelder Standesamt die Kollegen in Niedersachsen zwecks eines Personendatenabgleichs kontaktierte, stießen die Beamten auf den Trauschein aus Dänemark. Das hiesige Standesamt stellte einen Strafantrag, ein Verfahren wurde eingeleitet. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht gab die Angeklagte am Donnerstag an, es sei ihr selbstverständlich bewusst, dass man nicht zwei Ehen gleichzeitig führen dürfe. Sie sei davon ausgegangen, dass die in Dänemark geschlossene Ehe von Anfang an keine Gültigkeit gehabt habe. Dagegen sprach jedoch unter anderem der damalige Antrag auf einen gemeinsamen Ehenamen. „Diese Ehe ist nirgendwo für ungültig erklärt worden“, hieß es im Urteil. Dies droht nun allerdings der zu Unrecht geschlossenen Ehe Nummer sechs.

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