Eingekesselt: 68 Männer aus der Rocker-, Hooligan- und Türsteherszene 
wurden in der Nacht auf Sonntag am Jahnplatz von der Polizei durchsucht. - © Jürgen Mahnke
Eingekesselt: 68 Männer aus der Rocker-, Hooligan- und Türsteherszene
wurden in der Nacht auf Sonntag am Jahnplatz von der Polizei durchsucht. | © Jürgen Mahnke

Bielefeld Polizei kesselt Rocker, Hooligans und Türsteher am Jahnplatz ein

Bürgerwehr: Mit Pyrotechnik, Schlaghandschuhen, Betäubungsmittel und Messer bewaffnet

Bielefeld. Bei einem Großeinsatz der Polizei in der Fußgängerzone der Altstadt hat die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Gruppe von 68 Personen  eingekesselt, festgesetzt und überprüft. Die Polizei umstellte die mutmaßliche Bürgerwehr bestehend aus Mitgliedern der Rocker-, Hooligan- und Türsteherszene mit einer Einsatzhundertschaft.

Darüber hinaus wurden bei dem erneuten Wochenendeinsatz der Polizei am Boulevard und am Hauptbahnhof bis zum frühen Sonntagmorgen sechs Personen festgenommen. Darunter waren möglicherweise auch drei Täter aus der Silvesternacht.

Bereits am frühen Samstagabend zeigte die Polizei wieder starke Präsenz auf dem Boulevard sowie im gesamten Bahnhofsbereich, hieß es per Polizeimitteilung. An den Zufahrtsstraßen zum Neuen Bahnhofsviertel standen Beamte einer Einsatzhundertschaft aus Münster wegen erwarteter Hells-Angels-Mitglieder teilweise sogar mit Maschinenpistolen ausgerüstet. Sie kontrollierten die Insassen jedes passierenden Autos und sorgten damit für viel Aufsehen bei Kino- und Partygängern.

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Gegen Mitternacht verließen dann plötzlich zahlreiche Polizeimannschaftswagen mit Blaulicht den Boulevardbereich und eilten zum Jahnplatz. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Niedernstraße zwischen Ritterstraße und Jahnplatz zu einer Polizeifestung.

Ziel war der Boulevard am Bahnhof

In einem starken Polizeiring war eine 68-köpfige Gruppe aus Rockern, Türstehern und Hooligans eingekesselt. Die Gruppe wollte vom Rockcafé am Bach, wo sie sich zuvor getroffen hatte, zu Fuß Richtung Boulevard ziehen. Bereits während des Tages hatte die Polizei erfahren, dass sich vermutlich Personen aus der Rocker-, Türsteher- und Hooliganszene in der Altstadt treffen wollten. Und so waren die Polizeikräfte bestens auf dieses Treffen vorbereitet.

Alle Personen wurden noch vor Ort einzeln aus dem Kessel herausgeführt und dann jeweils durchsucht und ihre Personalien überprüft. Teilweise waren die Männer der Polizei bereits durch Straftaten aus der Vergangenheit bekannt.

Bei der Durchsuchung der Gruppe wurden sieben Sturmhauben, zwei Mundschutzvorrichtungen, drei Quarzhandschuhe und Betäubungsmittel gefunden. Alle Gegenstände wurden sichergestellt. Außerdem fanden die Beamten in der Nähe der Fußgängerzone noch umfangreiche Pyrotechnik wie Bengalos und schlagkräftige Polenböller, zwei Sturmhauben und ein Messer. Gut möglich, dass sich Einzelne kurz vor dem Zugriff noch schnell der Gegenstände entledigt haben. Die konnten keinem mehr konkret zugeordnet werden, hieß es im Polizeibericht.

Die Polizei wertete noch in der Nacht den Aufzug der Gruppe als eine nicht angemeldete Versammlung. Einer der Männer wurde von den Beamten als Versammlungsleiter identifiziert und erhält nun eine Strafanzeige. Nach Feststellung aller Identitäten erhielten alle Gruppenmitglieder bis zum frühen Morgen ein Aufenthaltsverbot für die Innenstadt sowie für das Bahnhofsviertel.

Insgesamt erteilte die Polizei bis in die frühen Morgenstunden 75 Platzverweise, außerdem wurden sechs Personen festgenommen. Darunter waren laut Polizeibericht auch drei Männer, die vermutlich am Silvesterabend versucht hatten, eine Diskothek am Boulevard zu stürmen. Sie wurden durch den Diskothekenbetreiber wiedererkannt. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Bereits in der Nacht zuvor (Freitagnacht) hatte die Polizei eine fünfköpfige Personengruppe im Bereich Boulevard identifiziert, bei der es sich um eine Bürgerwehr handeln konnte, so die Polizei. Diese Männer erhielten einen Platzverweis, dem sie Folge leisteten. Insgesamt wurden in der Nacht 35 Personen kontrolliert und 17 Platzverweise ausgesprochen.

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