Bielefeld Bielefelder aus Algerien berichtet von kriminellen Interessen seiner Landsleute

Kriminelle nutzen anonymes Asylverfahren und geben sich als Syrer aus. "Das Verhalten dieser Männer ist beschämend für mich"

Jens Reichenbach

Bielefeld. „Ich bin sehr enttäuscht von meinen Landsleuten", sagt Said (Name geändert), ein 30-jähriger Algerier, der während des Bürgerkriegs der 1990er Jahren mit seiner Familie von Nordafrika nach Deutschland geflüchtet ist. Denn ein großer Teil der Nordafrikaner, die derzeit nach Deutschland kommen und die politische Debatte beherrschen, haben keine guten Absichten, sagt der Bielefelder. „Sie nutzen die Lücken des Asylverfahrens schamlos aus." „Ich habe im Sommer am Kesselbrink ein paar von meinen Landsleuten kennengelernt, ich wollte ihnen helfen, ihnen Tipps geben. Aber das juckt die nicht." Sie wollten lediglich stehlen – tagsüber in der Stadt, abends in der Bahn und nachts vor den Diskos. „Sie sprechen auch nicht gut Deutsch. Integration interessiert sie nicht." Deshalb hätten sie mich nur darum gebeten, ein paar Briefe zu übersetzen. Die waren fast alle von der Staatsanwaltschaft. Einige von ihnen hatten schon eine lange Liste: Körperverletzung, Diebstahl, Autoaufbrüche, Antanzen und so weiter." Bei der Behörde geben sie sich als Syrer aus Viele dieser Flüchtlinge seien schon in der Heimat (vor allem Algerien, aber auch Marokko und Tunesien) kriminell und seien geflohen, weil es dort für sie schwierig geworden sei, sagt der 30-jährige Bürokaufmann aus der nordalgerischen Stadt Blida. Seitdem ziehen sie von Land zu Land – reisen nach Spanien, Frankreich, Belgien und nun nach Deutschland. „Dort geben sie sich als Syrer aus." Das sei gar nicht schwierig: „Sie sprechen arabisch und geben vor, dass ihnen der Pass abgenommen wurde." Tatsächlich ist die erste Registrierung für Flüchtlinge ohne Papiere eine Art Selbstauskunft. In der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) wird ihnen die sogenannte „BüMA" – die Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchende" ausgehändigt. Diese gilt als vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung. Volker Fliege, Leiter des Bielefelder Bürgeramtes, erklärt: „Falsche Angaben werden oft im Laufe des Asylverfahrens beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgeklärt." Dort erst findet die erkennungsdienstliche Behandlung statt, die doppelte Existenzen erkennen lässt. „Dafür muss der Asylsuchende aber erst einmal einen Asylantrag stellen." Bis es dazu kommt, kann es dauern. Ein Mann wollte nicht nach Chemnitz und ging Diejenigen, die das Asylverfahren für ihr Leben missbrauchen, bewegen sich genau in dieser Grauzone. „Wenn es ernst wird, tauchen sie ab und registrieren sich in einer anderen Stadt", sagt Said. Sie seien auch sehr gut vernetzt. Ein anderer Algerier berichtete, dass er sich bei der Registrierung in der ZAB wieder hinten angestellt habe, als er erfuhr, dass er in Chemnitz unterkommen sollte. Noch hatte niemand sein Foto und seine Fingerabdrücke. „Er dreht Vor- und Nachnamen und ist beim nächsten Mal eine neue Person", so ein Insider. "Das Verhalten ist beschämend für mich" Said wollte seine Landsleute umstimmen. „Ich habe ihnen gesagt, dass man irgendwann Papiere bekommt, wenn man keine Straftaten begeht." Er verdiene 900 Euro und komme trotz einer Miete von 450 Euro über die Runden. „Aber diese Leute sind Kriminelle", sagt er. Sie wollen gar keine Hilfe, sie schicken ihr erbeutetes Geld oft nach Hause. „Das Verhalten dieser Männer ist beschämend für mich und meine Familie: Ich steige in die Bahn und werde komisch angesehen", sagt Said. Ein Stück weit könne er das verstehen. „Die Leute haben Angst." Was diese Leute tun, falle auf alle Ausländer und Kriegsflüchtlinge zurück. „Deshalb mögen die Ausländer diese Nordafrikaner noch weniger als es die Deutschen tun. Aber wenn es ein Deutscher das alles ausspricht, heißt es gleich, er sei ein Nazi."

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