Die Problematik aufgezeichnet: Martin Schmelz (l.) und die Mitstreiter vom Verkehrsclub Deutschland zeigen etwa 60 Bürgern die Situation an der Stapenhorststraße, wie sie ist und wie sie sein sollte. - © Felix Boche
Die Problematik aufgezeichnet: Martin Schmelz (l.) und die Mitstreiter vom Verkehrsclub Deutschland zeigen etwa 60 Bürgern die Situation an der Stapenhorststraße, wie sie ist und wie sie sein sollte. | © Felix Boche

Bielefeld Verkehrsclub Deutschland fordert Tempo 30 für Stapenhorststraße

Radverkehr: Sicherheitsabstand zu Autos ist nach Auffassung des Verkehrsclubs Deutschland zu klein

Felix Boche

Bielefeld. Zu einer Aktion an der Stapenhorststraße hat am Wochenende der Verkehrsclub Deutschland (VCD) aufgerufen. In der vergangenen Woche war dort eine Radfahrerin in lebensbedrohliche Situation geraten, seitdem liegt die Frau im Krankenhaus. Der zur Verfügung stehende Platz auf der Stapenhorststraße ist nach Auffassung der Veranstalter für parkende Pkw, für Radfahrer und den fließenden Verkehr zu knapp. Mit Kreidestrichen verdeutlichen sie auf der von der Polizei gesperrten Straße die Lage. "Ein Radfahrer braucht einen Sicherheitsabstand zu parkenden Autos von 1,50 Meter, um nicht durch eine sich öffnende Autotür gefährdet zu werden", sagt Martin Schmelz vom VCD. Daher müssten Radfahrer auf dem äußeren Rand des immer noch benutzungspflichtigen, aber viel zu schmalen Radwegs fahren. Der jetzige Fahrradstreifen entspreche eigentlich dem Sperrbereich, den Radfahrer aus Schutz vor sich öffnenden Türen nicht befahren sollten. "Autofahrer haben die Pflicht, mindestens einen Sicherheitsabstand von einem Meter zum Radfahrer einzuhalten", so Schmelz. Da dies auf der schmalen Stapenhorststraße nicht gewährleistet werden kann, dürften Autofahrer aus Sicherheitsgründen keine Radfahrer auf deren Verkehrswegen überholen - schon gar nicht die breiteren Busse und Lkw, die nicht umhin kommen, Radwege zu schneiden. "Die Radwegemarkierung und die Benutzungspflicht führen allerdings Rad- und Autofahrer tagtäglich in die lebensgefährliche Falle", sagt Schmelz. Die Radwege in Bielefeld würden nicht dem gültigen technischen Regelwerk für die Planung, den Entwurf und den Betrieb von Radverkehrsanlagen entsprechen. "Auch bei jungen Mitgliedern einiger Parteien haben wir eine recht gute Basis für unsere Forderungen gefunden", sagt Schmelz. Er glaubt ganz fest an einen Erfolg der Straßenaktion. 1,6 Millionen Euro stünden für die Entwicklung des Radverkehrs in Bielefeld zur Verfügung. Der VCD fordert, die Stapenhorststraße auf eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern zu begrenzen. Zudem sollte die Radwegemarkierung entfernt oder als nicht zu befahrende Sicherheitsbereiche markiert werden. "Radfahrer sollten sicher und selbstbewusst die Straße nutzen und als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer gesehen werden", sagt Schmelz. Als Alternative schlägt der VCD vor, das Parken an der Stapenhorststraße aufzuheben und den Radfahrstreifen auf 1,85 Meter zu verbreitern. Insbesondere die Studenten im Bielefelder Westen würden laut VCD von diesen Änderungen profitieren: "Aufgrund der hohen Bahnauslastung wollen wir, dass von den 7.000 Studenten am neuen Campus mehr auf das Radfahren umsteigen", sagt Schmelz. Ein Onlineportal, in dem gefährliche Straßensituationen gemeldet werden können, solle zudem für Verkehrsteilnehmer eingerichtet werden. Während der Straßenaktion zeigte eine Reihe von Verkehrsteilnehmern wenig Verständnis. Erneut waren gefährliche Situationen zu beobachten.

realisiert durch evolver group