Jan Siol, Henning Schwer, Stefan Mielke und Angelika Wilmsmeier gehören zum Vorstand von „Fahrräder bewegen Bielefeld“ und haben die Vereinssatzung vor sich liegen. Viele rechtliche Fragen wurden zuvor beantwortet. - © Felix Boche
Jan Siol, Henning Schwer, Stefan Mielke und Angelika Wilmsmeier gehören zum Vorstand von „Fahrräder bewegen Bielefeld“ und haben die Vereinssatzung vor sich liegen. Viele rechtliche Fragen wurden zuvor beantwortet. | © Felix Boche

Bielefeld Für Flüchtlinge: Verein „Fahrräder bewegen Bielefeld“ gegründet

Vorausgegangen war ein Projekt von Recyclingbörse und Bürgerstiftung

Bielefeld. Nach den großen Erfolgen der Fahrradaufbereitungs- und Sammelaktionen in der Recyclingbörse gründen die Initiatoren nun in Zusammenarbeit mit der Bielefelder Bürgerstiftung den Verein „Fahrräder bewegen Bielefeld“.

Einmal monatlich möchte der Verein um den Vorsitzenden Stefan Mielke in Zukunft einen festen Aufbereitungstermin anbieten – zunächst noch in den Räumlichkeiten der Recyclingbörse, später womöglich in einer 150 Quadratmeter großen Halle in Brackwede, die dem Verein in Aussicht steht. Mehrere Arbeitsplätze mit unterschiedlicher Ausstattung sind dazu bereits geplant und die benötigte Unterstützung für Werkzeuge und Maschinen auf 5.000 Euro geschätzt.

„Wir haben ein großes Zeitproblem“, sagt Mielke. Die Nachfrage bei den geflüchteten Menschen ist groß und die Helfer stehen bereit. Die Abwicklung soll mit dem Verein in geregelten Bahnen laufen.

„Der Zustand der Räder geht weit auseinander“, sagt Fahrrad-Experte und zweiter Vorsitzender Henning Schwer. Die Räder sollen keinesfalls ohne Beleuchtung abgegeben werden, so haben sich die Vereinsmitglieder geeinigt. Eine zusätzliche Grundeinweisung in den Straßenverkehr sei zudem ratsam, da der Umgang mit Rädern kulturabhängig unterschiedlich ausgeprägt ist.

Seit einigen Monaten ist die Recyclingbörse mit ihren Mitarbeitern, Ersatzteilen und dem nötigen Fachwissen in der Fahrradreparatur für Flüchtlinge da. „Fahrrad fahren verbindet“, sagt Schwer. Gespendete Räder werden von den Mitgliedern der Bürgerstiftung eingesammelt und zur Aufbereitung zu Schwer und seinem Team gegeben.

Flüchtlinge können auf diese Weise kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag ein funktionsfähiges und verkehrssicheres Rad bekommen. „Und dabei auch aktiv mit dran schrauben“, sagt Mielke. Das Problem sei die Verständigung. Zum Glück gehe dabei viel über das Zeigen und Vorführen. Einige Flüchtlinge, die sich bereits ein Rad zusammengebaut haben, möchten gerne weiter in der Werkstatt tätig sein. „Manche muss man regelrecht bremsen“, sagt Schwer. Der Andrang ist groß.

Mit dem Verein sollen mehr Spenden für einen Ausbau des Projekts akquiriert werden. Die Hilfe für Flüchtlinge wäre nur die Initialzündung gewesen, langfristiges Ziel sei es Bielefeld zu einer Fahrradstadt zu machen und mit einer ehrenamtlich betreuten Selbsthilfewerkstatt weiteren Zielgruppen zu helfen.

Schwer schätzt, dass in Bielefeld rund 12.000 Fahrräder ungenutzt im Keller oder der Garage stehen und über sind. Die Zahl von jährlich 2.000 gespendeten ließe sich somit noch erhöhen. „Sach-, Geld- und Zeitspenden sind uns jederzeit willkommen“, sagt Schwer. Besonders nach einem Hochregallager ist der Verein derzeit auf der Suche. Über drei Etagen sollen dann Gitterboxen mit Materialien und Zubehör eingelagert werden können.

Information
Wer ein Rad abzugeben hat, meldet sich bei radrecycling@recyclingboerse.org oder gibt es an der Blomestraße 29 ab.

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