Symbolfoto - © dpa
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Bielefeld Hinterhältiges Gerücht gegen Flüchtlinge

Behauptung: Kriminalitätsstatistik frisiert. Stimmt nicht: Kein Freibrief beim Ladendiebstahl

Arno Ley

Bielefeld. So ist es mit vielen Gerüchten. Bei kurzem Nachdenken lässt sich erkennen, dass sie blanker Unsinn sind. Die, die sie weiter erzählen, aber wollen einfach glauben machen, was sie verbreiten, auch wenn es noch so falsch ist. Die Flüchtlinge, die gegenwärtig in großer Zahl nach Deutschland kommen, zeigen keine Auffälligkeit in der Kriminalstatistik, erklären Polizeibehörden und Innenminister überall im Land. In einem Gerücht wird nun behauptet, dass Ladendiebstähle bei Flüchtlingen gar nicht gezählt werden. Und die Kommunen würden den Unternehmen die Schäden ersetzen. Für Bielefeld werden mal dieses, mal jenes große Kaufhaus, mal die eine oder die andere Ladenkette als Urheber des Gerüchtes genannt. „Alles Quatsch“, sagt Jörg Beyer vom Handelsverband. Würde das Gerücht nur einen Funken Wahrheit enthalten, wäre es doch ein Freibrief für die Flüchtlinge. Das würde sich schließlich auch bei denen herumsprechen. Wenn es solch eine Vereinbarung zwischen Handel und Stadt gäbe, dann könnten die Flüchtlinge risikofrei in die Läden gehen und sich das nehmen, was sie möchten. So etwas ließe sich vor der übrigen Kundschaft nicht verbergen, sagt Beyer. Der Vorstand des Handelsverbandes hatte in der vergangenen Woche Polizeipräsidentin Katharina Giere zu Besuch. Ladendiebstahl sei natürlich ein Thema gewesen. „Aber die jetzigen Flüchtlinge sind dabei nicht auffällig“, sagt Beyer.

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