Starten den Stadtmarketingprozess: Sebastian Zenker (v. l.), Verkehrsvereinsvorsitzende Cornelia Delius, Oberbürgermeister Pit Clausen, Martin Knabenreich und Kati Bölefahr-Behrends. - © Andreas Frücht
Starten den Stadtmarketingprozess: Sebastian Zenker (v. l.), Verkehrsvereinsvorsitzende Cornelia Delius, Oberbürgermeister Pit Clausen, Martin Knabenreich und Kati Bölefahr-Behrends. | © Andreas Frücht

Bielefeld Bielefeld auf der Suche nach dem Einzigartigen

Stadtmarketing: Auftaktveranstaltung mit 400 Teilnehmern in der Stadthalle

Arno Ley

Bielefeld. Noch fehlen Martin Knabenreich die richtigen Worte. Und er glaubt, dass es den meisten anderen Bürgern ähnlich geht. „Die Bielefelder sind stolz auf ihre Stadt, aber sie sind sprachlos, wenn sie ihre Stadt einem Fremden erklären sollen“, sagt der Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH. Das soll sich ändern. „Die Stärken unserer Stadt werden von außen nicht immer richtig wahrgenommen“, meint Knabenreich. Erfolg verspricht er sich von einem „Stadtmarketingprozess“, der gestern mit einer Auftaktveranstaltung im kleinen Saal der Stadthalle öffentlich gestartet wurde. Bielefeld Marketing hatte gut 1.000 Vertreter aus Kultur, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Bereichen der Stadtgesellschaft eingeladen. 400 hatte sich für das erste Treffen im kleinen Saal der Stadthalle angemeldet. Als Experten hat Knabenreich Sebastian Zenker von der Copenhagen Business School gewinnen können, der sich seit neun Jahren speziell mit dem Thema Markenbildung bei Kommunen befasst. Er wird in den kommenden Monaten die Suche nach den richtigen Worten begleiten. „Städte sind viel komplexer als Produkte“, sagte er gestern. In Unternehmen müsse man die entscheidenden Führungskräfte von einer Strategie überzeugen. „In Städten sind alle Bewohner Teilhaber der Marke.“ „Wir müssen genau schauen, was den Kern von Bielefeld ausmacht“, erklärt Knabenreich. Für die einen mag es die Einkaufsstadt sein, für andere Wissenschaft und Kultur. Und auch die Diakonie nicht zu vergessen. „Wenn wir Bielefeld also einfach als weltoffen, familienfreundlich und bunt beschreiben würden, unterscheidet uns das sicherlich nicht von vielen anderen Städten.“ „Es geht bei einer Stadtmarke nicht um ein Logo oder einen Slogan“, erklärt Zenker. Es gehe darum, an was die Menschen denken, wenn sie auf eine bestimmte Stadt angesprochen werden. So habe Marzipan zur Bekanntheit von Lübeck beigetragen. „Aber kaum jemand fährt doch nach Lübeck, um dort Marzipan zu kaufen. Das bekomme ich doch auch in Kopenhagen.“Aber das Marzipan habe dazu beigetragen, die Lübecker Altstadt als Ziel für den Tourismus bekannt zu machen.“ Zum Verfahren gehören als nächstes Workshops, eine Online-Marktforschung auch mit Bürgern aus dem Umland. Die eigene Markenstrategie soll bereits in wenigen Monaten festgelegt werden, sagt Kati Bölefahr-Behrends, die das Projekt bei Bielefeld Marketing betreut.

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