Zwei Lösungen gibt es: Martin Wöhrman begrüßt im Grüngürtel am Stauteich II die Zuhörer. Dabei sprechen sich die meisten für die Erhaltung der Teiche aus. - © Foto: Andreas Frücht
Zwei Lösungen gibt es: Martin Wöhrman begrüßt im Grüngürtel am Stauteich II die Zuhörer. Dabei sprechen sich die meisten für die Erhaltung der Teiche aus. | © Foto: Andreas Frücht

Mitte "Eine herrliche Wasserfläche"

Umweltamt lädt Bürger zur Diskussion über die Stauteiche ein

Heidi Hagen-Pekdemir

Mitte. Eine vorgezogene Bürgerbeteiligung sollte es laut Martin Wöhrmann sein. Der Leiter des Umweltamts hatte interessierte Bielefelder gestern zu einem Spaziergang entlang der Stauteiche II und III eingeladen und bei dieser Gelegenheit zwei Pläne präsentiert. Die zeigen, wie es in diesem Gebiet künftig aussehen könnte. "Dass an den Teichen etwas geschehen muss, ist wohl jedem klar", sagte Wöhrmann. Der Durchfluss der Lutter habe zu einer starken Verschlammung geführt. Der Wasserstand liege an manchen Stellen bei 15 Zentimetern. "Wir müssen den Fluss innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahren daran vorbeiführen", kündigte Wöhrmann an. Zwei Lösungen stellten Arnt Becker vom Fachbereich Wasserwirtschaft und sein Kollege Achim Thenhausen (Grünplanung) den gut 30 Interessenten vor. Plan A sieht die Abschaffung der Teiche vor. Stattdessen sollte die Lutter dieses Gebiet durchziehen. Laut Plan B könnte der Fluss, ähnlich wie beim Obersee, als Bypass um die Gewässer herumgeführt werden, die Teiche blieben bei dieser Lösung erhalten. Die Kosten seien in beiden Fällen gleich hoch, lägen bei etwa einer Million Euro, erläuterten die Referenten. Nahezu einstimmig sprachen sich die Zuhörer für die Erhaltung der Teiche aus. Man wolle diese Gewässer erlebbar machen, sagte Martin Enderle von der Initiative Lutterpfad. Die Stauteiche mit dem Lutter-Grünzug zwischen Teutoburger Straße und dem Hof Meyer zu Heepen seien ein Kleinod im Bielefelder Osten. Zustimmung erhielt er von Volker Crayen, ebenfalls Angehöriger der Initiative. Als stadtbildprägend für ganz Bielefeld bezeichnete Horst Grube die Gewässer. "Würde man stattdessen Regenrückhaltebecken anlegen, käme es hier zu einer Revolution", sagte der frühere Bürgermeister. Grube hatte seinen Wahlkreis 25 Jahre im Bielefelder Osten. Zu Wort meldete sich auch Thorsten Schäfer vom Kleingartenverein Stauteich III. Diese Anlage leide häufig unter Hochwasser, was Schäfer auf die Verschlammung der Teiche zurückführte. Rolf Müller, der in den Heeper Fichten aufgewachsen und in seiner Jugend mit Schlittschuhen über die vereisten Teiche geglitten ist, sagte: "Mich macht es jedes Mal traurig, wenn ich mit dem Rad hier vorbeikomme und sehe, wie die Verschlammung weiter zunimmt." "Ein naturnahes Gebiet ohne Teiche" konnte sich dagegen Joachim Knapp vorstellen. Ein Bach mit Schilf- und Feuchtzonen könne ebenso attraktiv sein. Die Bypass-Lösung am Obersee allerdings empfinde er als "gewöhnungsbedürftig". Knackig formulierte Tilman Rhode-Jüchtern (Pro Grün) sein Plädoyer für die Teiche: "Lust auf Wasser" laute das Motto seiner Initiative. Mit überschaubarem Einsatz und Kreativität sei ein gutes Ergebnis möglich. Die Pläne werden laut Wöhrmann nach der Sommerpause in der Bezirksvertretung Mitte diskutiert.

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