Die Schule der Zukunft: Die Achtklässler Jonas Kunze (l.) und Jonathan Weisshaar im Geschichtsunterricht in der mBook-Klasse. - © FOTO: SARAH JONEK
Die Schule der Zukunft: Die Achtklässler Jonas Kunze (l.) und Jonathan Weisshaar im Geschichtsunterricht in der mBook-Klasse. | © FOTO: SARAH JONEK

Bielefeld Computer statt Schulbuch

Das Friedrich-von-Bodelschwingh-Gymnasium startet das mBook-Projekt

Bielefeld. Tablet-PCs und eBooks könnten klassische Schulbücher in den kommenden Jahren komplett ersetzen. Für 40 Achtklässler des Friedrich-von-Bodelschwingh Gymnasiums ist diese Vision bereits Realität. Seit ein paar Wochen läuft hier das Pilotprojekt des Landesschulministeriums "mBook NRW", bei dem die Fächer Geschichte und Religion über digitale Lehrbücher auf Laptops und Tablet-PCs unterrichtet werden.

Das Konzept des mBooks wurde vom Institut für digitales Lernen (IdL) in Eichstätt und Waltraud Schreiber, Inhaberin des Lehrstuhls für Theorie und Didaktik der Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, entwickelt. Das Friedrich-von-Bodelschwingh- Gymnasium in Bethel ist eins der 41 Gymnasien aus allen fünf Regierungsbezirken in NRW, die als Pilotschulen für das mBook-Projekt ausgewählt wurden. In zwei von vier achten Klassen haben die Eltern die Initiative unterstützt und ihre Kinder mit Tablet-PCs und Laptops ausgestattet.

Individuelle mobile Geräte, auf denen digitale Geschichtsbücher installiert werden, seien ein Muss für diesen Unterricht, erklärt Schulleiter Hans-Wilhelm Lümkemann. Jeder Benutzer brauche einen individualisierten Zugang zur Lernsoftware. Deswegen wäre es unmöglich, das Projekt in den vorhandenen PC-Räumen umzusetzen, in denen mehrere Schüler einen Arbeitsplatz teilen müssen. "Zuerst mussten wir entscheiden, wer die Finanzierung der Geräte übernimmt", berichtet Lümkemann.

Die große Frage war, ob die Eltern die Tablet-PCs eigenständig kaufen, oder die Schule schafft die Computer an und stellt sie später den Kindern als Leihgeräte zur Verfügung. Die dritte Möglichkeit war: Der Träger finanziert die Geräte vor und die Eltern zahlen den Kaufpreis an ihn innerhalb von 24 Monaten zurück.

"Im Endeffekt haben wir uns für die erste Lösung entschieden", sagt Lümkemann. Die Befragung der Eltern von den Achtklässlern hat ergeben, dass viele Kinder ohnehin eigene Tablet-PCs und Laptops besitzen. Darüber hinaus, wenn die Geräte den Schülern gehören, müssen sie sich auch selber um die Wartung und Reparaturen kümmern. Das entlastet die Schule. Auf der anderen Seite können die Schüler die Geräte mit nach Hause nehmen und dort auch für Privatzwecke benutzten.

"Das mBook ist mehr als ein normales Schulbuch oder ein einfaches eBook", sagt Patricia Drewes, Lehrerin für Deutsch und Geschichte. "Es ist eng an die NRW-Lernbücher geknüpft und soll die eLearning-Kompetenzen nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei den Lehrern fördern."

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