Marcel Bohnenkamp (Bahnhofsmission), Falk Trompeter („Für Jagd in Deutschland“), Michael Geymeier (Heilsarmee) und Martin Nowosad (Deutsche Bahn, v. l.). - © Foto: Christian Weische
Marcel Bohnenkamp (Bahnhofsmission), Falk Trompeter („Für Jagd in Deutschland“), Michael Geymeier (Heilsarmee) und Martin Nowosad (Deutsche Bahn, v. l.). | © Foto: Christian Weische

Bielefeld Heiligabend in der Bahnhofshalle

Gottesdienst und Essen für obdachlose und einsame Menschen / Geschenk-Tüten für alle

Bielefeld. Die Straßen der Innenstadt werden an Heiligabend wieder wie leer gefegt sein – Weihnachten ist das Fest, das fast jeder zu Hause verbringt. Damit die Menschen, die keine Familie haben, dennoch einen besinnlichen Abend erleben können, lädt der Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACR) zum Gottesdienst in den Hauptbahnhof ein.

Zum dritten Mal wird der ökumenische Gottesdienst zum Fest bereits veranstaltet. In diesem Jahr gibt es aber erstmals Geschenk-Tüten, die von Gemeindemitgliedern aus dem Dekanat Bielefeld-Lippe gepackt worden sind. „Wir rechnen mit 500 Gästen an diesem Abend“, sagt Marcel Bohnenkamp, Leiter der Bahnhofsmission und Mit-Organisator.

Der Abend beginnt um 18.30 Uhr mit einem etwa einstündigen Gottesdienst. Gegen 19.45 Uhr gibt es ein Festessen, um 20.30 Uhr dann die Geschenke. Klaus Fussy, Dechant des katholischen Dekanats Bielefeld, Pastor Klaus Hillringhaus vom Evangelischen Johanneswerk und Pastor Michael Geymeier, Leiter der Bielefelder Heilsarmee, werden den Gottesdienst gestalten.

Der sei mittlerweile zu einem Event geworden. Im Mittelpunkt soll das Weihnachtsevangelium stehen, so Fussy. Im Vorfeld sind laut Bohnenkamp die Stammgäste der Bahnhofsmission angesprochen worden, ob sie beim Gottesdienst mitwirken wollten. „Einige werden Fürbitten sprechen“, so Bohnenkamp.

Auf den Teller kommen nach dem Gottesdienst Wildgulasch, Salzkartoffeln und Rotkohl. Das Wild kommt vom Verein „Für Jagd in Deutschland“. Deren stellvertretender Vorsitzender Falk Trompeter wird mit seiner Familie an Heiligabend in die Bahnhofshalle kommen und helfen – wie rund 30 weitere Ehrenamtliche. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt Bohnenkamp. „Wir wollen ein Hafen sein für einsame Menschen und gescheiterte Existenzen.“

Zubereitet wird das Essen in der Gaststätte Hollmann sowie im „Fringe Empire“. Zusätzlich kommen 15 Kisten Orangen von der Lions-Hilfe.

Die Weihnachtstüten, von denen 300 von Gemeindemitgliedern gefüllt werden, werden in den nächsten Tagen zur Bahnhofsmission gebracht. Weitere 200 wurden im Umfeld der Bahnhofsmission verteilt und von Spendern gefüllt.
Die Not in der Stadt wird größer, sagt Geymeier. Für viele Flüchtlinge, die in Bielefeld stranden, sei die Bahnhofsmission der erste Anlaufpunkt.

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group