Flora Rodriguez (links) schult Durmus (5) und Mutter Zübeyde Muslu einmal in der Woche. - © FOTO: MIIA AUTIO
Flora Rodriguez (links) schult Durmus (5) und Mutter Zübeyde Muslu einmal in der Woche. | © FOTO: MIIA AUTIO

Bielefeld Einwanderinnen helfen sich gegenseitig

Projekt beim DRK mit sehr guten Zwischenergebnissen / Einmal die Woche kommt der Hausbesuch

Bielefeld (mönt). Durmus ist fünf Jahre alt, ein schüchternes Kind, aber eines, das jetzt immer besser mit der deutschen Sprache zurechtkommt. Das liegt zum großen Teil an dem Besuch, den er und seine Mutter Zübeyde Muslu einmal die Woche bekommen. Flora Rodriguez kommt als Hausbesucherin zu den Muslus. Sie hilft Mutter und Sohn dabei, sich so zu entwickeln, dass der Junge später fit ist in der Schule.

"Stark für Erfolg – Hippy" heißt das Projekt beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, das diese Hausbesuche organisiert. Hippy steht für eine technische Bezeichnung in Englisch. Das Projekt wird vom Bundesfamilienministerium gefördert, das DRK hatte sich dafür beworben und den Zuschlag bekommen. Es ist eine von sechs Organisationen in NRW, die dabei sind.

Es geht darum, dass sich die Einwanderer gegenseitig helfen. Das Programm zielt vor allem auf die Mütter, weil die die meiste Zeit mit den Kindern verbringen. Die Organisation beim DRK in Bielefeld haben Angelika Riedrich und Projektleiterin Filiz Selman in der Hand. Sie haben elf Mütter gefunden, die die Probleme von Einwanderern aus eigener Erfahrung kennen und deshalb anderen Müttern sehr gut helfen können.

Flora Rodriguez aus Peru ist eine davon. Sie hat selbst Kinder. Auch sie stand vor dem Rätsel, wie das Schulsystem funktioniert in Deutschland, was hier wichtig ist, um gut mitzukommen. Mittlerweile weiß sie es längst und zeigt es Zübeyde Muslu, die aus der Türkei kam. Die ist richtig glücklich über die wöchentlichen Hausbesuche. "Auch mein Wortschatz ist deutlich größer geworden", sagt sie.

Rodriguez und die anderen Hausbesuchsmütter nutzen für das spielerische Lernen Lesebücher und Anleitungen, was alles Sinnvolles gemacht werden kann in nur 20 Minuten. Außerdem bekommen alle Kinder eine Federmappe mit Inhalt kostenlos überreicht.

Aus den Kindergärten hören die Verantwortlichen vom DRK Gutes zu den Ergebnissen des Projekts. Dort heißt es, die Kinder seien nun deutlich besser in Motorik und künstlerischem Ausdruck. Viele Einwandererkinder müssen das lernen, weil die Eltern eine solche Förderung zu Hause kaum leisten können. Sie kennen es nicht. Da, wo sie herkommen, werden oft andere Dinge automatisch geübt, die Kinder sind in der Regel deutlich länger außerhalb des Hauses, draußen.

Das Projekt läuft noch ein Jahr weiter, danach hofft das DRK auf eine Verlängerung – weil es so nützlich ist. Eltern, die sich dafür interessieren, können sich beim DRK melden unter Tel. (0521) 44 81 21 54.

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