Ehrung: Die Mitglieder der studentischen Telefonseelsorge „Nightline" (v.l.) Anne-Marie Brockmann, Karla Gretenkord und Naweed Osman wurden am Abend im voll besetzten Theater am Alten Markt mit dem „Bielefeld-Preis" ausgezeichnet. - © Barbara Franke
Ehrung: Die Mitglieder der studentischen Telefonseelsorge „Nightline" (v.l.) Anne-Marie Brockmann, Karla Gretenkord und Naweed Osman wurden am Abend im voll besetzten Theater am Alten Markt mit dem „Bielefeld-Preis" ausgezeichnet. | © Barbara Franke

Bielefeld Bielefeld-Preis: Diese jungen Leute bringen die Stadt voran

In Bielefeld gibt es viele Vereine und Gruppen, in denen junge Menschen Verantwortung übernehmen und sich ehrenamtlich engagieren. Einige wurden dafür am Abend ausgezeichnet

Ingo Kalischek

Bielefeld. Sie engagieren sich in ihrer Freizeit, übernehmen Verantwortung und mischen in sozialen und politischen Bereichen mit: In der Stadt gibt es viele Gruppen und Initiativen, in denen junge Menschen vorangehen. Sie auszuzeichnen, das war in diesem Jahr das Ziel vom "Bielefeld-Preis". Er ging am Abend an die studentische Telefonseelsorge "Nightline". Der Verein wurde im Theater am Alten Markt feierlich ausgezeichnet - und darf sich über 7.500 Euro freuen. "Nightline" gibt es seit 2012. Studenten aller Bielefelder Hochschulen haben die Möglichkeit, sich zum Beispiel bei Leistungs- und Prüfungsdruck, Alltagsproblemen oder Liebeskummer bei der Telefonseelsorge zu melden - natürlich anonym. 75 Studenten engagieren sich ehrenamtlich rund zehn Stunden pro Monat bei "Nightline". "Sie leisten wertvolle Arbeit, bei der es keinen Spaßfaktor gibt." "Sie leisten wertvolle Arbeit, bei der es keinen Spaßfaktor gibt. Und betrachtet man die steigende Suizidrate bei Studenten, so kann man Nightline mit Fug und Recht als ein lebensrettendes Projekt bezeichnen", sagte Laudator Alexander Ihde. Die Anrufer finden unter Tel. 1 06 30 48 bei Sorgen und Nöten ein offenes Ohr. Der zweite Platz geht an das Patenprojekt des Deutschen Kinderschutzbundes. Rund 40 junge Leute ab 15 Jahren treffen sich an mehreren Nachmittagen im Monat, um mit ihren "Patenkindern" gemeinsam etwas zu unternehmen - wie zum Beispiel Besuche in der Bibliothek. Die Patenkinder stammen aus Flüchtlings-und Migrantenfamilien sowie aus kinderreichen deutschen Familien. Das Angebot richtet sich auch an Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben. Das Projekt erhielt am Abend ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. 1.000 Euro für Platz 3 gehen an den Verein "hoch2", der zwischen der Stadt und der teilweise illegal agierenden Graffitiszene vermittelt - mit dem Ziel, legale und öffentliche Malflächen in der Stadt zu schaffen. Vom 17. bis 19. August wird der Verein auf dem Kesselbrink ein großes Streetart-Festival veranstalten. Auch die Jugendfeuerwehr Bielefeld darf sich über ein Preisgeld von 1.000 Euro freuen, weil sie den diesjährigen Hörerpreis gewann. "jungundengagiert" Veranstaltet wird der Bielefeld-Preis bereits seit neun Jahren von der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen (BGW) und Radio Bielefeld. In diesem Jahr waren unter dem Motto "jungundengagiert" 104 Vorschläge und Eigenbewerbungen verschiedener Einzel- und Gruppeninitiativen eingegangen. Ein Jahr zuvor waren es nur knapp halb so viele gewesen. Die Entscheidung traf auch diesmal wieder eine zehnköpfige Jury. "Es gibt ja das Vorurteil, dass junge Menschen selbstbezogen sind und nur im Internet surfen. Wir wollten in diesem Jahr zeigen, dass das so nicht stimmt", erklärten die Initiatoren Timo Fratz, Chefredakteur von Radio Bielefeld, und BGW-Geschäftsführerin Sabine Kubitza. Sie kündigten an: Auch 2019 wird es wieder den "Bielefeld-Preis" geben.

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