Gesucht: MoBiel sucht 70 neue Stadtbahn- und Busfahrer sowie Azubis wie Alexander Heineberg (18, am Steuer) und Maximilian Kellner. Stadtwerke-Chef Martin Uekmann (v.l.), Kai-Uwe Steinbrecher, Cornelia Christian und Dirk Artschwager finden das gut. - © Christian Weische
Gesucht: MoBiel sucht 70 neue Stadtbahn- und Busfahrer sowie Azubis wie Alexander Heineberg (18, am Steuer) und Maximilian Kellner. Stadtwerke-Chef Martin Uekmann (v.l.), Kai-Uwe Steinbrecher, Cornelia Christian und Dirk Artschwager finden das gut. | © Christian Weische

Bielefeld Neue Busse und Bahnen: MoBiel sucht 70 Fahrer

Jahresbilanz: Niedrigster Fehlbetrag, höchste Fahrgastzahl, Verkehrsunternehmen schafft 24 Vamos-Bahnen und 22 Busse an. Geplante Investitionen von 49,4 Millionen Euro

Jens Reichenbach

Bielefeld. Die Verantwortlichen von MoBiel blicken auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück. MoBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann freute sich bei seiner Jahresbilanz über einen historischen Höchstwert bei den Fahrgästen (59,9 Millionen) und ein historisches Tief beim Fehlbetrag. Das Minus von nur 9,6 Millionen Euro ist allerdings durch einen Sondereffekt zu erklären. Verluste Statt der sonst üblichen 20 Millionen Euro Kostenunterdeckung hat MoBiel diesmal nur 9,6 Millionen Euro zu Buche stehen – bei 61 Millionen Euro Umsatzerlösen. „Das hat mit dem Verkauf der Westfalenbahn-Anteile zu tun", so Uekmann. Ohne diesen Sondereffekt läge MoBiel auf Vorjahresniveau: 20,6 Millionen Euro. Die Unterdeckung trägt die Stadtwerke-Gruppe selbst. Noch wird der städtische Haushalt also nicht belastet. Investitionen Doch das könnte bald anders werden, prognostiziert der Geschäftsführer. Schon 2017 steckte MoBiel 15,4 Millionen Euro (Vorjahr: 8,5) in Fahrzeuge, Grundstücke und Gebäude – etwa für den neuen Busbetriebshof in Sennestadt, der ab Oktober bis zu 35 Fahrzeugen Platz bieten soll. Diese Summe soll sich laut Kai-Uwe Steinbrecher, Geschäftsbereichsleiter Technik, 2018 noch verdreifachen. Neue Fahrzeuge So hat MoBiel Investitionen in Höhe von 49,4 Millionen Euro geplant. Neben dem Streckenausbau sollen 24 neue Vamos-Bahnen (Einzelpreis: 3,9 Millionen Euro) künftig für mehr Kapazitäten sorgen. Für die Übernahme der BVO-Linien hat MoBiel zudem 22 neue Diesel-Busse bestellt (Wert: 6,3 Millionen Euro). „So ein Gelenkbus stößt nicht halb so viel Emissionen aus wie ein Euro-6-Pkw", betont Steinbrecher angesichts der Diskussion um die Jahnplatz-Luft. Personalsuche Für die neuen Busse benötigt das Unternehmen bis Ende des Jahres etwa 70 neue Vollzeit-Busfahrer. „Eine Herausforderung", sagt Uekmann. Einen Teil könne man von der BVO übernehmen, so Sprecherin Yvonne Liebold. Dennoch sei die Suche schwierig. 704 Mitarbeiter zählt MoBiel – 407 davon sind Bus- und Stadtbahnfahrer. 67 Neue kamen in den jüngsten zwei Jahren hinzu. Vor allem Baustellen hätten immer wieder Personal-Engpässe ausgelöst. „Für die Baustelle Heeper Straße haben wir drei zusätzliche Busse eingesetzt", erklärt Artschwager. Kommt dann die Grippewelle, fehle das Personal-Backup, um nachzusteuern. Nicht selten kam es zu Ausfällen. Stadtbahn-Ausbau Gleich drei Stadtbahnlinien sollen verlängert oder ausgebaut werden. Jeden Tag erwartet Dirk Artschwager, Geschäftsbereichsleiter Verkehrsplanung, grünes Licht für die Verlängerung „Dürkopp Tor 6". Im Oktober könnte der Bau beginnen und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Auch 2019 soll die Linie 3 im Mittelpunkt stehen, wo die Hochbahnsteige für „Marktstraße" und „Städtisches Krankenhaus" relativ schnell genehmigt werden dürften. Im Frühjahr 2020 soll dann die Station „Hartlager Weg" vamos-fähig werden; genauso wie die Verlängerung der Linie 4 zur Dürerstraße anstehe. Baubeginn für die Verlängerung nach Sennestadt sei 2021. Außerdem soll im zweiten Halbjahr 2018 für die Strecke nach Hillegossen eine Machbarkeitsstudie Klarheit bringen, ob eine Verlängerung der Linie 2 ab Sieker günstiger ist oder ab Stieghorst die Linie 3. Bei der Suche nach einer Lösung an der Hauptstraße wolle MoBiel zudem stadtgestalterisch filigraner planen: „Hier müssen wir neue Wege gehen", so Artschwager. Eine Optik wie an der Herforder Straße sei dort nicht machbar. Fahrgäste Die Zahl der Fahrgäste stieg um 300.000 auf 59,9 Millionen. „Ein Anstieg um 0,5 Prozent", so Uekmann, der die steigende Bevölkerungszahl dafür verantwortlich machte wie auch die Kundenzufriedenheit. MoBiel landete 2017 wieder unter den Top 10 in Deutschland.

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