Bielefeld Bielefelder Kunsthalle macht weiterhin Sorgen

Die Ausgaben der Stadt für das denkmalgeschützte Gebäude werden begrüßt. Der Umgang mit Chef Friedrich Meschede ruft dagegen weiter Kritik hervor

Carsten Heil

Bielefeld. Gremien und Kunstinteressierte begrüßen einhellig, dass die Stadt in den kommenden fünf Jahren gut zehn Millionen Euro in die Kunsthalle investieren will. Die Zukunft von Kunsthallen-Geschäftsführer Friedrich Meschede ist jedoch weiterhin umstritten. Dessen Vertrag soll nach dem Willen der Ratsmehrheit nicht über das Jahr 2019 hinaus verlängert werden. "Die Investitionen in den Erhalt des Gebäudes begrüßt die Stifterfamilie ausdrücklich," so Oetker-Sprecher Jörg Schillinger auf Anfrage. Der Familie Oetker komme es besonders darauf an, das Objekt von überregionaler Bedeutung zu erhalten und es nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Die Renovierung eines solchen Hauses sei allerdings eine spezielle Sache. Schillinger: "Da muss man das Haus kennen." Damit spielt er kritisch darauf an, dass Kunsthallen-Chef Meschede nach dem Willen der Politik die Sanierung nicht mehr begleiten soll. Aus der Sparkasse, als neben der Kulturstiftung Pro Bielefeld und Stadt selbst, drittem Gesellschafter der Betriebsgesellschaft war ebenfalls Lobendes zu hören. "Wir freuen uns, dass die Stadt den Investitionsstau beseitigt, wir in Zukunft weiter gute Ausstellungen sehen können und der Leuchtturmcharakter des Hauses erhalten bleibt." Zur Personalie Meschede wollte sich der Gesellschafter nicht äußern. Anders Axel Brandi, Vorstand der Kulturstiftung pro Bielefeld. Er begrüßt zwar die Investition der Stadt, bleibt aber unzufrieden, wie von der Politik mit Friedrich Meschede umgegangen worden sei. Brandi: "Den Personalwechsel finden wir höchst überflüssig. Auch die Vokabel Neuanfang unterstellt, dass die Kunsthalle auf einem Irrweg gewesen sei. Das trifft nicht zu." Brandi räumt zwar ein, dass der Kunsthallen-Chef in der Kommunikation "nicht gut gewesen" sei. Jetzt klinge es aber so, als sei es höchste Zeit gewesen, "ihn auf die Straße zu setzen." Die angekündigte Neuausrichtung bedeute hoffentlich nicht den "Gang in die Provinzialität". Brandi fragt sich auch, was zwischen dem Ablauf des Vertrages mit Friedrich Meschede (31.12.2019) und dem Baubeginn ca. 2023 künstlerisch passieren solle. Die FDP-Fraktion im Rat kritisiert ebenfalls den Umgang der Ratsmehrheit mit Meschede Die FDP-Fraktion im Rat kritisiert ebenfalls den Umgang der Ratsmehrheit mit Meschede. "Selbst wenn man getrennte Wege gehen will, muss man doch versuchen, den Übergang einvernehmlich zu gestalten, um das Wissen des bisherigen Machers positiv zu nutzen", so Jan Maik Schlifter. Die Investition in den Erhalt hält die FDP dagegen für absolut sinnvoll, auch wenn es aus den jährlichen Mieteinnahmen längst Rücklagen dafür hätte geben müssen. Irritierend ist die lange Vorbereitungszeit von vier Jahren, bis die Sanierung startet. Reinhold Peter führt das auf die gesetzlichen Vergaberichtlinien zurück. Der Technische Leiter des federführenden Immobilien Servicebetriebes der Stadt: "Wir benötigen schon ein Jahr um einen Planer beauftragen zu können." Dann müsse die Denkmalbehörde in Münster, eventuell sogar das NRW-Bauministerium eingeschaltet werden. Die Liste der Mängel ist indes schon erstellt und füllt einen dicken Aktenordner. Peter: "Den lese ich mir jetzt mal durch."

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