Immer wieder geraten Schüler vor ihrer Schule in gefährliche Situationen. Politiker fordern jetzt von Amt und Politik mehr Engagement. - © Symbolfot: picture alliance
Immer wieder geraten Schüler vor ihrer Schule in gefährliche Situationen. Politiker fordern jetzt von Amt und Politik mehr Engagement. | © Symbolfot: picture alliance

Bielefeld Nach den jüngsten Schulwegunfällen: Politiker fordern mehr Sicherheit vor Schulen

Bildung: Die Ratsgruppe Piraten/Bürgernähe will jetzt Antworten von der Verwaltung

Ariane Mönikes

Bielefeld. Immer wieder gibt es in der Stadt Unfälle mit Radfahrern, erst vergangene Woche waren bei zwei Unfällen auch Schulkinder (8 und 11 Jahre alt) als Unfallopfer beteiligt. Wenn sie das hört, gehen bei Gordana Rammert die Alarmglocken an. Die Mutter einer Tochter sitzt für die Ratsgruppe Piraten/Bürgernähe im Schulausschuss. Für die nächste Sitzung, die am Dienstag, 15. Mai, um 16 Uhr im Rochdale-Raum des Altes Rathaus stattfindet, hat sie eine Anfrage zu Schulwegunfällen gestellt. 2017 wurden 115 Kinder verletzt So hat die Unfallkommission für Bielefeld im Jahr 2017 115 verletzte Kinder gezählt, davon 19 auf dem Schulweg. "Im Endeffekt spielen hier viele Faktoren eine Rolle", sagt Rammert. Als Schlagwörter nennt sie Elterntaxis, Verkehrserziehung, Groß gegen Klein und auch die datenschutzrechtlich prekäre Einführung von Schutzranzen. Sie will jetzt Details zu den Schulwegunfällen: Unfallort, Verkehrsmittel, Schwere der Verletzung und Unfallursache. "Das Thema ist für mich sowohl als Politikerin als auch Mutter kein singuläres Schulthema", erklärt sie. Das Amt für Verkehr und auf politischer Ebene Stadtentwicklungsausschuss und Bezirksvertretungen könnten deutlich mehr für die Schulwegsicherheit unternehmen, findet sie. Im vergangenen Jahr hatte es an mehreren Bielefelder Grundschulen eine Schulweg-Sicherheits-Auditierung, wie es im Verwaltungs-Deutsch heißt, gegeben. Heißt: Lehrer, Mitarbeiter des Amtes für Verkehr und Eltern haben Gefahrenstellen genauer unter die Lupe genommen. Rammert selbst war an der Diesterwegschule, an der sie stellvertretende Klassenpflegschaftsvorsitzende in der Klasse ihrer Tochter ist, dabei. Die Probleme seien an vielen Schulen dieselben, sagt sie: Autos fahren zu schnell über die Elternhaltestellen, Autofahrer machen keinen Schulterblick, Eltern lassen ihre Kinder an gefährlichen Kreuzungen aus dem Auto wenn die Ampel auf "Rot" springt. Rammerts Idee: Absolutes Halteverbot in einem Einzugsbereich von 100 Metern um Schulen und Kitas an Schultagen zwischen 7 und 9 sowie von 15 bis 17 Uhr. Eigentlich seien die Kinder in der Lage alleine zur Schule zu kommen, sagt Rammert. Sie hofft jetzt, dass durch die neue Fahrradbeauftragte der Stadt etwas ins Rollen kommt. "Der tägliche Schulweg sollte nicht zu einem Russisch Roulette für Kinder werden", sagt Rammert.

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