Bielefeld Der Bielefelder Brückenputzer ist wieder gesichtet worden

Nach einer längeren Pause wienert der wortkarge Mann wieder Bielefelder Brückengeländer

Alexandra Buck

Bielefeld. Während die meisten Bielefelder sich über schmuddelige Ecken beschweren, legt dieser Mann einfach Hand an: Der Bielefelder Brückenputzer. Im vergangenen Jahr war der Mann zum ersten Mal aufgefallen. An mehreren Brückengeländern im Stadtgebiet war er gesichtet und beim Putzen beobachtet worden. Offenbar zieht es ihn seither immer im Frühjahr hinaus - und er widmet sich den schmutzigen Geländern - auch Straßenschilder bekommen von ihm einen liebevollen Frühjahrsputz. Warum tut er das? Mit Eimer und Schwamm ist er jetzt wieder an einer Brücke aufgetaucht. Darauf angesprochen, was er da tut, antwortete der ältere Herr schlicht: "Ich liebe die Natur." Welchen Aufwand er betreibt, erkennt man, wenn man die Fotos näher betrachtet. Der Wasserverbrauch pro Brücke muss enorm sein. Beobachtet wurde er bereits in Schildesche an einer Brücke am Obersee. Auch in Sieker soll er unterwegs sein, Bäume im Park gießen und aufräumen. Auch an einem Brückengelände an der Altenhagener Straße ist er gesehen worden. "Respekt" Im Netz ist der selbstlose Mann im vergangenen Jahr gefeiert worden. Immer wieder war er auch im analogen Leben angesprochen und nach seinen Beweggründen gefragt worden. Er wünsche sich eine saubere Stadt und wolle seinen Teil dazu beitragen, hatte er einst erzählt. "Toller Mensch. Er hat Respekt verdient", war man sich seinerzeit einig. Es wurde sogar dazu aufgerufen, es ihm gleich zu tun: "Alle mitmachen, bückt euch, wenn Abfall auf dem Weg vor euren Füßen liegt und werft ihn in den nächsten Abfalleimer. Werft keine Zigarettenkippen auf den Boden und Bielefeld wird sauber." Leider offenbar ohne Erfolg, wie man an den vermüllten Parks in Bielefeld sieht.

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