Unterschriftensammlung: Lisa Waimann (v.l.), Jens Julkowski-Keppler, Claudia Heidsiek, Klaus Rees, Rainer Hahn, Barbara Schmidt und Jenny Krüger sammeln Unterschriften für die Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung. - © Christian Weische
Unterschriftensammlung: Lisa Waimann (v.l.), Jens Julkowski-Keppler, Claudia Heidsiek, Klaus Rees, Rainer Hahn, Barbara Schmidt und Jenny Krüger sammeln Unterschriften für die Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung. | © Christian Weische

Bielefeld Grüne und Linke machen sich für Baumschutzsatzung in Bielefeld stark

Die Satzung soll festlegen, wann Bäume gefällt werden dürfen

Lieselotte Hasselhoff

Bielefeld. Für die Wiedereinführung einer Baumschutzsatzung in Bielefeld starteten Mitglieder der Grünen und der Linken eine Unterschriftenaktion. Laut den Initiatoren habe es in der Vergangenheit "zu viele unbegründete Baumfällungen" gegeben. "Nur unter bestimmten Umständen ist ein Fällen gerechtfertigt", sagt Barbara Schmidt von den Linken, wie das Holz, das nach dem Sturm Friederike im Januar diesen Jahres eingebracht werden musste. "Doch oft werden Bäume, die als Naturdenkmale gelten, aus Spargründen aus dieser Kategorie herausgenommen", so Schmidt. Bäume prägen vielerorts Bielefelds Stadtbild. So auch in Kirchdornberg, wo Anfang 2017 ein Grundstücksbesitzer eine fünfzigjährige Platane fällen ließ. "Wenn ortsprägende Bäume gefällt werden, ist das besonders ärgerlich", sagt Claudia Heidsiek, für die Grünen Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz. "Häufig seien Nachbarschaftsstreits der Grund für die Fällung. Beispielsweise wenn ein Nachbar über zu viel Dreck durch Laub in seiner Einfahrt klagt." Mit einer Baumschutzsatzung soll verhindert werden, dass Bäume ohne rechtfertigenden Grund gefällt werden. Die Satzung soll festlegen, bis zu welcher Größe ein Baum gefällt werden darf. Heidsiek hält einen Stammumfang "von achtzig Zentimetern in einem Meter Höhe" für eine sinnvolle Obergrenze. Ein anderer wichtiger Aspekt sei der Baumschutz bei Baustellen, meint Jens Julkowski-Keppler, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Wenn für ein neues Gebäude Erde ausgeschachtet wird, müsse man darauf achten, dass "das Wurzelwerk geschützt wird - ob der Baum durch Bauarbeiten verursachte Wurzelschäden überlebt, wird häufig erst nach fünf bis sechs Jahren sichtbar", so der Vorsitzende. "Wir wollen möglichst viele Unterschriften sammeln, um zu zeigen, dass das Thema vielen wichtig ist", sagt Heidsiek. "Wir hoffen auch auf Unterstützung durch andere Gruppen, wie die Naturfreunde", bekräftigt Klaus Rees, Fraktionsvorstand der Grünen. Doch nicht nur naturbezogene Gruppen sollen für die Kampagne gewonnen werden: "Auch Architekten oder Kulturgruppen sind eingeladen zu helfen", so Heidsiek. Mit der Unterschriftenaktion wollen die Grünen vor allem eine Debatte anstoßen, die die Notwendigkeit einer Baumschutzsatzung für Bielefeld erkenne. "Die genauen Kriterien sollten dann gemeinsam entwickelt werden", meint Schmidt. Die Unterschriftenaktion solle die Initialzündung in der Stadt werden, meint Rees: "Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, erzeugt er viele Wellen - darauf hoffen wir."

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