Bielefeld Ex-BGW Geschäftsführer will im TV Krawattennadeln verkaufen - und wird schwer enttäuscht

Vor zwei Jahren erst hat sich Norbert Müller in den Ruhestand verabschiedet

Bielefeld. Vor zwei Jahren erst hat sich Norbert Müller in den Ruhestand verabschiedet. Und nun so etwas. Muss man sich ernsthaft Sorgen machen um den früheren BGW-Geschäftsführer? Die TV-Show Bares für Rares brachte es an den Tag. In der von Horst Lichter moderierten Sendung des ZDF bekundeten Müller und seine Frau Siggi die Absicht, sich von einem Teil ihres Familienschmucks zu trennen. Eingehende Prüfung Drei Krawattennadeln, antik und mit Mini-Diamanten besetzt, breitete das Paar dort mit erwartungsfroher Miene vor der Kunstsachverständigen Heide Rezepa-Zabel aus. Während die Expertin mit Lupe und Messgerät die liebevoll gestalteten Accessoires eingehend prüfte, plauderten die Müllers freimütig über deren Herkunft. Zwei Nadeln, dekoriert mit jeweils einem Geier und einem Hasen, hatte die Ehefrau einst in Hamburg erstanden - und 800 Euro dafür hingeblättert. Die dritte, mit einer Mini-Glitzermaus, sei das Mitbringsel eines gemeinsamen Londontrips und mit 150 Euro noch verhältnismäßig günstig gewesen. Warum sich das Paar von diesen liebenswerten Souvenirs überhaupt trennen wollte? Weil man als Rentner jede Mark, ähm Euro, gut gebrauchen kann, vermutete Lichter blitzschnell. Und Müller, der im Rundhals-Pulli auftrat, nickte daraufhin ebenso wie seine Angetraute. Ergänzend merkte der Ruheständler noch an, dass er die Nädelchen früher eher "businessmäßig" in den Schlips gepiekst habe und sie im Grunde nicht mehr benötige. Nun erhoffe er sich dafür Bares. 600 Euro pro Stück, damit sei er zufrieden. Daraufhin kam erneut die Sachverständige zu Wort. Nur 80 Euro? Und die schien den verkaufswilligen Kandidaten zunächst aus dem Herzen zu sprechen. Selbstverständlich handele es sich um antike Teile, so aus der Zeit zwischen 1880 bis 1900, bestätigte Rezepa-Zabel. Doch dann folgte die Feststellung, die Siggi und Norbert Müller den Atem stocken ließ: 80 bis 100 Euro, mehr sei keines dieser Teile wert, tat die Expertin kund. Damit war sekundenschnell für die Bielefelder die Luft raus und beide sich darin einig: "Die Erinnerung ist uns mehr wert, als mit 300 Euro nach Hause zu gehen." Sie wollten die Nadeln behalten. Recht haben sie. Denn ein Ex-Geschäftsführer wie Müller muss sich um sein finanzielles Wohlergehen wohl kaum sorgen - selbst wenn es ihm nicht gelungen ist, drei seiner Preziosen zu versilbern. Erhielt er doch allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 bis zu seinem Ausscheiden bei der BGW insgesamt 72.550 Euro. So ist es im Geschäftsbericht nachzulesen.

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