Als Team erfolgreich: (v. l.) Spieler Tom Schütz, Andrea Voll vom Sponsor Schüco, Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer, Trainer Jeff Saibene, Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, Vermarktungschef Martin Kollenberg und Geschäftsführer Markus Rejek auf der Osttribüne beim Sponsorenfest des DSC Arminia Bielefeld. - © Sarah Jonek
Als Team erfolgreich: (v. l.) Spieler Tom Schütz, Andrea Voll vom Sponsor Schüco, Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer, Trainer Jeff Saibene, Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, Vermarktungschef Martin Kollenberg und Geschäftsführer Markus Rejek auf der Osttribüne beim Sponsorenfest des DSC Arminia Bielefeld. | © Sarah Jonek

Bielefeld Sponsoren geben sieben Millionen Euro für Arminia Bielefeld

Wirtschaft und Fußball: Gut 300 Sponsoren finanzieren den Bundesligisten treu und regelmäßig mit. Neben dem anvisierten Stadionverkauf sichert deren Geld das Überleben des Traditionsclubs

Ansgar Mönter

Bielefeld. Arminia war in akuter Lebensgefahr. Jetzt ist der Verein zwar noch nicht gesund, "aber auf dem Weg der Besserung", wie es Arminia-Geschäftsführer Markus Rejek sagt. Einen gehörigen Anteil an der Genesung haben die mehr als 300 Mitglieder des Sponsorenclubs. Sie finanzieren den Traditionsclub jährlich mit bis zu sieben Millionen Euro mit - Tendenz steigend. Gestern feierten sie zusammen in der Business-Lounge der Schüco-Arena. "Unsere Sponsoren stehen treu zum Verein", sagt Martin Kollenberg, einst Spieler des DSC, heute zuständig für die Vermarktung der Marke Arminia. Emotionale Nähe und Verbundenheit mit der Region motiviert die Unternehmen sich zu engagieren. Aber das allein reicht nicht. "Wir müssen auch etwas liefern", erklärt Kollenberg. "Die Firmen wollen auch einen Mehrwert, wenn sie Arminia als Werbefläche nutzen." Die Voraussetzungen dafür sind gerade sehr gut. Der Verbleib in der Zweiten Bundesliga ist seit Samstag gesichert. Hauptsponsor Schüco geht seit mehr als 15 Jahren voran, was die Treue betrifft. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit blieb das Bielefelder Unternehmen mit anderen Akteuren immer einer der wichtigsten Geldgeber des Vereins, auch in Zeiten des Abstiegs in die 3. Liga. "Wir stehen zu Arminia nicht nur bei Sonnenschein", drückt es Andrea Voll bildhaft aus. Sie ist Projektkoordinatorin "International Service" bei Schüco. Trotz dieser Berufsbezeichnung gehe es beim Engagement für Arminia vor allem um die regionale Ausstrahlung, erklärt Voll. Nebenbei sorgt das Sponsoring des eigenen Unternehmens für eine identifikationsstiftende Verbundenheit der Mitarbeiter mit der eigenen Firma. Man sei stolz auf die Partnerschaft. Mit dem Geld der Gönner jedoch ist es nicht allein getan. Die Geschäftsführung verhandelt deshalb gerade mit fünf Interessenten für das Stadion. Das soll verkauft werden, um die Altschulden loszuwerden. Federführend ist hier Geschäftsführer Rejek. "Noch in diesem Jahr", sagt er, werde der Verkauf über die Bühne gehen. »Knaller werden wir nicht verpflichten können« Hilfreich bei den Verhandlungen sind mehrere Faktoren: das Zinsniveau; die ausgebuchten "Sky-Offices" der Osttribüne, die Mieteinnahmen bringen; das Prestige, das ein Stadionbesitz mit sich bringt. Demgegenüber steht das Risiko nicht zu wissen, wo Hauptnutzer Arminia langfristig sportlich stehen wird. Aber da ist gerade die Zeit für Verhandlungen ideal. Mit Trainer Jeff Saibene zeigt die Mannschaft Stabilität auf gutem Niveau, die mittelfristig gar einen Bundesligaaufstieg nicht ausschließt. Und Saibene hat gerade einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Das alles bedeutet indes nicht, dass ab sofort rosarote Zeiten anbrechen für den Club der Ostwestfalen. Sport-Geschäftsführer Samir Arabi erklärte es gegenüber den mehr als 200 Gästen der Sponsorenfeier eindringlich: "Knaller-Verpflichtungen wird es nicht geben können." Patient Arminia ist schließlich noch nicht gesund. Ein paar Operationen stehen wohl noch an.

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