Die komplette Wohnung brannte bei dem Feuer am Wellensiek aus. - © Archivfoto Christian Mathiesen
Die komplette Wohnung brannte bei dem Feuer am Wellensiek aus. | © Archivfoto Christian Mathiesen

Bielefeld Prozess: Bielefelder zündet Wohnung am Wellensiek an - 150.000 Euro Schaden

Staatsanwaltschaft verfolgt Unterbringung des 52-Jährigen in der Psychiatrie

Nils Middelhauve

Bielefeld. „Ich kann keinerlei Motiv erkennen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die Wohnung angezündet habe", sagte Peter O. (Name geändert) in der Verhandlung. Seit Mittwoch muss sich der 52-jährige Bielefelder wegen des Verdachts der Brandstiftung vor dem Landgericht verantworten. Er soll im vergangenen Frühjahr seine Wohnung angezündet und dann das Haus verlassen haben. Am 11. Mai ging um 4.25 Uhr ein Notruf bei der Feuerwehr ein. Am Wellensiek brannten die Dachgeschosswohnung sowie der Dachstuhl ein Mehrfamilienhauses. Zwar bekamen die anrückenden Rettungskräfte das Feuer unter Einsatz von zwei Drehleitern unter Kontrolle, doch brannte die betroffene Wohnung völlig aus. 2,4 Promille Alkohol im Blut Weitere Teile des Gebäudes wurden durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden belief sich auf 150.000 Euro. Vor dem Haus hatte die zuerst eingetroffene Polizei den Bewohner der Dachgeschosswohnung, Peter O., mit leichten Verbrennungen sowie einer leichten Rauchvergiftung in Sicherheit gebracht. Seit Mittwoch muss sich O. wegen des Verdachts der Brandstiftung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, gleich an drei Stellen in der Wohnung Möbel angezündet und dann aus dem Haus gegangen zu sein. Aufgrund einer psychischen Erkrankung habe der darüber hinaus alkoholabhängige O. im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt, sagte Staatsanwalt Veit Walter. Daher verfolge die Staatsanwaltschaft die Unterbringung des 52-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus. "Keine Ahnung, wie der Brand entstanden ist" „Ich habe keine Ahnung, wie der Brand entstanden ist", sagte O. in der Verhandlung, „vielleicht fahrlässig durch eine Kerze und eine Zigarette. Ich hatte ja 2,4 Promille im Blut". Vorsatz schließe er aus, sagte O.: „Ich war zuvor acht Jahre lang obdachlos. Wieso hätte ich meine Existenz vernichten sollen? Ich hätte ja auch mich selbst gefährdet." Der Prozess wird am 29. März fortgesetzt.

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