So wird es aussehen: Unternehmensgründer und Geschäftsführer Frank Sangel steht vor den Plänen für seinen neuen Standort an der Bechterdisser Straße. Bereits im Oktober sollen die neuen Gebäude bezugsfertig sein. - © Sarah Jonek
So wird es aussehen: Unternehmensgründer und Geschäftsführer Frank Sangel steht vor den Plänen für seinen neuen Standort an der Bechterdisser Straße. Bereits im Oktober sollen die neuen Gebäude bezugsfertig sein. | © Sarah Jonek

Bielefeld Von der kleinen Bielefelder Garagenfirma zum großen Unternehmen

Kabelspezialist baut neue Fabrik in Oldentrup

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Vor 22 Jahren gründete Frank Sangel seine Firma für den Vertrieb von Kabeln und Steckverbindern für den Maschinenbau - als One-Man-Show in einer Garage in Senne. Das Unternehmen wuchs rasant. 150 Mitarbeiter arbeiten heute für die Sangel Systemtechnik GmbH in Bielefeld. Die brauchen Platz. Jetzt hat das Unternehmen den Startschuss für eine neue Firmenzentrale gegeben: Sechs Millionen Euro investiert Sangel in Oldentrup. An der Bechterdisser Straße hat Sangel das letzte freie Grundstück im Bereich des Industriegebietes Ludwig-Erhard-Allee gekauft. Auf 16.000 Quadratmetern werden dort eine rund 3.000 Quadratmeter große Produktions- und Lagerhalle sowie ein gut 1.300 Quadratmeter großes, zweigeschossiges Verwaltungsgebäude entstehen. Hinzu kommen rund 3.000 Quadratmeter befestigte Flächen für Parkplätze und Lkw-Zufahrten. Realisiert wird das Vorhaben vom Bauunternehmen Goldbeck. Schon im Oktober sollen die energieeffizienten Gebäude und das Gelände fertig sein. Sangel entwickelt und fertigt hochwertige und industrietaugliche Kabel, die komplett mit Steckverbindungen versehen sind. "Das sind Standardprodukte, aber auch kundenspezifische Lösungen, die unsere Techniker gemeinsam mit Maschinenbauern entwickeln", sagt Geschäftsführer Frank Sangel. Zum Einsatz kommen die Kabelverbindungen in Maschinen und Anlagen, in der Medizintechnik, etwa in Kernspintomografen, sowie in Bau- und Landmaschinen. Mit der zunehmenden Automatisierung durch Maschinen steigt auch die Zahl von elektrischen Verbindungsleitungen. Dabei geht es beispielsweise um lasergesteuerte Messeinrichtungen an Asphaltierungsmaschinen oder Greifarme an Müllfahrzeugen. Die elektronischen Verbindungen müssen in teils verschmutzter Umgebung starken Witterungschwankungen oder im medizinischen Bereich häufigen Sterilisationsprozessen standhalten. Höchste Qualitätsanforderungen gelten auch für den zweiten Produktbereich: Seit 2013 stellt Sangel industrietaugliche LED-Leuchten für den Maschinen- und Anlagenbau her. "Damit werden etwa Produktionsprozesse beleuchtet. Die Leuchten müssen dabei Temperaturschwankungen oder dem Kontakt mit Schmierstoffen widerstehen", erklärt Sangel. Kabel und Stecker lässt das Unternehmen nach eigenen Vorgaben produzieren. Sangels Spezialität ist die Konfektionierung und Konstruktion komplett anschlussfertiger Plug-and-Play-Systeme, für die unterschiedliche Leitungen je nach Anwendung kombiniert und mit Steckverbindungen ausgerüstet werden. Weiteres Wachstum ist geplant Dazu sind besondere Geräte notwendig. "Von der aktuellen Investitionssumme von sechs Millionen Euro geht eine Million in neue Maschinen", sagt Frank Sangel, dessen Sohn Alexander für den internationalen Vertrieb zuständig ist. Mehrmals ist das Unternehmen bereits umgezogen. Bereits fünf Jahre nach der Gründung war der Betrieb auf knapp 40 Mitarbeiter gewachsen. 2001 hatte Sangel das frühere AEG-Gebäude an der Schillerstraße in Schildesche erworben, das bereits wieder veräußert worden ist. Im Oktober will das Unternehmen komplett in die neue Fabrik in Oldentrup umziehen. Auf dem neuen Betriebsgelände sind bereits mehrere Erweiterungsflächen vorgesehen. "Wir gehen davon aus, dass die Firma weiterwächst", so Frank Sangel.

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