Gestalten die Zukunft der Stadtwerke: Aufsichtsratsvorsitzender Hans Hamann mit den Geschäftsführern Friedhelm Rieke und Martin Uekmann (v.l.). Rieke geht Ende des Jahres in den Ruhestand. - © Andreas Zobe
Gestalten die Zukunft der Stadtwerke: Aufsichtsratsvorsitzender Hans Hamann mit den Geschäftsführern Friedhelm Rieke und Martin Uekmann (v.l.). Rieke geht Ende des Jahres in den Ruhestand. | © Andreas Zobe

Bielefeld Das verdienen die Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld

Das kommunale Unternehmen muss den Posten eines der beiden Geschäftsführer neu besetzen. Friedhelm Rieke geht Ende des Jahre in den Ruhestand

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Seit 14 Jahren ist Friedhelm Rieke einer der beiden gleichberechtigten Geschäftsführer der Stadtwerke. Ende des Jahres geht er im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand. Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen. "Wir hätten gerne weiter mit Friedhelm Rieke zusammengearbeitet, doch wir respektieren seine persönliche Entscheidung", sagt Aufsichtsratsvorsitzender Hans Hamann. Wie bereits 2003 auf Verlangen des damaligen Mitgesellschafters Stadtwerke Bremen AG vereinbart, endet der Vertrag nach zweimaliger Verlängerung. Damals war Rieke auf Vorschlag der Bremer zum Geschäftsführer berufen worden. Bundesweit hat das kommunale Versorgungsunternehmen die Stelle jetzt ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 15. März. Als 2013 nach einem Nachfolger von Stadtwerkegeschäftsführer Wolfgang Brinkmann gesucht wurde, hatten sich 90 Interessenten gemeldet. Der Versorger rechnet jetzt mit einer ähnlich hohen Zahl. "Wir gehören zu den erfolgreichsten Stadtwerken in Deutschland", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende. Die Chefaufgaben sind gut dotiert. Der pflichtgemäß im Bundesanzeiger veröffentlichte Geschäftsbericht der Stadtwerke für 2016 weist für Rieke Gesamtbezüge von 482.000 Euro und für Geschäftsführer Martin Uekmann von 343.000 Euro aus. Bei der Neubesetzung von Riekes Stelle lassen sich die Stadtwerke von der Peronalberatung cd-group unterstützen. "Der Berater wird eine Vorauswahl aus den Bewerbungen treffen. Ich möchte zudem den Eindruck vermeiden, dass ich diesen Prozess steuere", betont Hamann. Der Personalausschuss des Aufsichtsrates werde die Vorschläge des Beraters Anfang Juni in mehreren Sitzungen sichten. "Mein Ziel ist es, dass wir dem Aufsichtsrat dann nur einen Vorschlag unterbreiten", sagt Hamann. Die endgültige Entscheidung, so der Fahrplan, soll der Aufsichtsrat am 15. Juni fällen. Die Stelle soll zum 1. Januar 2019 besetzt werden. Die Stadtwerke haben rund 2.500 Beschäftigte in zahlreichen Geschäftsfeldern wie Energie, Entsorgung, Nahverkehr, IT oder Telekommunikation. Sie sind an 25 Unternehmen der Energiebranche beteiligt. "Im Aufsichtsrat ist daher unumstritten, dass wir mit einer Doppelspitze aus zwei gleichberechtigten Geschäftsführern weitermachen", sagt Hamann. Dabei spiele auch eine Rolle, dass Martin Uekmann zusätzlich Geschäftsführer von MoBiel und Rieke nebenamtlicher Geschäftsführer der Interargem (Müllverbrennungsanlagen Bielefeld und Hameln) sei. "Im Vergleich mit ähnlich großen Stadtwerken sind wir schlank aufgestellt." An den bisherigen Zuständigkeiten der Geschäftsführer werde sich nichts ändern. Uekmann ist unter anderem für den kaufmännischen Bereich, Personal und Netze verantwortlich, Rieke für Energie (Vertrieb, Beschaffung, Erzeugung) , Entsorgung und Unternehmensentwicklung. "Beide stehen nicht in Konkurrenz, sondern bilden eine Einheit und tragen gemeinsam die Gesamtverantwortung", sagt Hamann. Geschäftsfelder würden sich zudem immer wieder überschneiden etwa in den Bereichen Energie und Verkehr. Gesucht wird ausdrücklich eine Person, die Erfahrung im Umgang mit kommunalen Gremien hat - jemand, der aus der Privatwirtschaft komme, sei aber nicht ausgeschlossen. Friedhelm Rieke wohnt in Herford, von seinem Nachfolger wird neben einer Identifikation mit der Region ein Wohnsitz in Bielefeld erwartet. Hamann: "Es geht auch um repräsentative Aufgaben."

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