Die Firma Schüco im NW-Porträt. - © Sarah Jonek
Die Firma Schüco im NW-Porträt. | © Sarah Jonek

Bielefeld Schüco: Die Spezialisten für Fassadensysteme

Produkte: In Rahmenprofilen für Fenster oder Türen muss immer mehr Technik untergebracht werden, die Gebäude sicher macht und die dafür sorgt, dass sich Menschen in Häusern wohlfühlen

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Schüco ist einer der weltweit führenden Anbieter von hochwertigen Systemen für Gebäudehüllen aus Aluminium, Kunststoff und Stahl. Die Produkte kommen in Wohn-, Büro und Gewerbegebäuden millionenfach zum Einsatz.

Schüco entwickelt und vertreibt Produkte für Fenster, Türen, Fassaden, Schiebekonstruktionen, Sicherheits- und Brandschutztechnik sowie Sonnenschutz. Projektentwicklern, Architekten oder Baufirmen werden zudem Beratungen, Computerprogramme für Planung und Kalkulation sowie spezielle Fertigungsmaschinen angeboten.

Großhändler von Konstruktionselementen

Das Unternehmen ist jedoch kein Hersteller von kompletten Teilen, sondern Großhändler von Konstruktionselementen wie beispielsweise Profilen aus Aluminium oder Verriegelungsmechanismen. Die Teile werden im Auftrag produziert und von Schüco etwa an Metallbauer vertrieben, die daraus individuelle Fassadenelemente anfertigen.

„In allen Teilen, mit denen wir handeln, steckt immer Schüco-Know-how", sagt Unternehmenssprecher Thomas Lauritzen. Schüco-Elemente werden im eigenen Technologiezentrum in Bielefeld entwickelt und getestet.
Dass in der Fassadenarchitektur die Glasflächen immer größer und Rahmenprofile immer schmaler werden, ist eine Herausforderung. „Denn in den Profilen müssen wir die Technik, etwa zur individuellen Lüftung und Temperierung von Räumen verstecken", sagt Ulrike Krüger, Leiterin der Schüco-Öffentlichkeitsarbeit.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle. Schüco-Konzepte umfassen daher unter anderem Umweltdeklarationen sowie Planungen, die bis zum Recycling und zum Rückbau von Gebäudehüllen reichen.



Information
  • Schüco wurde 1951 als Metallbaubetrieb von Heinz Schürmann gegründet. 1964 übernahm die Otto Fuchs KG das Unternehmen.

  • Die Schüco International KG beschäftigt weltweit 4.750 Mitarbeiter, davon über 1.800 in Bielefeld.

  • In Bielefeld befinden sich unter anderem die Unternehmenszentrale, Logistikeinrichtungen sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.

  • Niederlassungen gibt es in 43 Ländern.
  • Ein Werk für Kunststoffelemente für Türen und Fenster befindet sich in Weißenfels (Sachsen-Anhalt).

  • Schüco-Systeme für Gebäudehüllen werden in mehr als 80 Ländern vertrieben. Das Unternehmen arbeitet mit rund 12.000 Handwerksbetrieben, Planern, Architekten und Investoren zusammen.

  • Der Umsatz betrug 2016 1,46 Milliarden Euro.


Die Architektin
Die Architektin
(© Wolfgang Rudolf)
Schüco baut auch für sich selbst: Bis 2022 werden auf dem 17 Hektar großen Firmen-Gelände rund 95 Millionen Euro in neue Gebäude investiert. Das muss geplant, koordiniert und umgesetzt werden. Zuständig dafür ist die zehnköpfige Abteilung Corporate Spaces. Die Diplom-Architektin Nicole Becker (44) leitet sie. „Wir bauen, erneuern, erweitern und sanieren", sagt sie. 32 Bürogebäude, Lagerhallen, Parkhäuser sowie ein Technologiezentrum nutzt Schüco derzeit in Bielefeld.
Der Elektrotechniker
Der Elektrotechniker
(© Wolfgang Rudolf)
Er hat eine Ausbildung zum Energieelektroniker gemacht und an der Abendschule den Abschluss als Elektrotechniker abgelegt. Bei Schüco ist Mehmet Atas (40) unter anderem für die Betreuung von Hochregallagern zuständig – und zwar bundesweit sowie in mehreren europäischen Niederlassungen. Kommt es zu komplizierten Störungen in den automatischen Anlagen, unterstützt er die Reparaturarbeiten. Zudem kümmert er sich um Wartung, Optimierung und Modernisierung der Anlagen.
Der duale Student
Der duale Student
(© Wolfgang Rudolf)
„Der Praxisbezug erleichtert das theoretische Lernen", erklärt Andrej Ezau, warum er sich für die Ausbildung im Schüco Technologiezentrum entschieden hat. Insgesamt vier Jahre dauert die Kombination aus einer Ausbildung zum Industriemechaniker und einem Studium zum Maschinenbautechniker. Zuvor hatte er das Abitur abgelegt und das Assessment-Center bei Schüco durchlaufen. In der Ausbildungswerkstatt befasst er sich unter anderem mit dem Bau von Prototypen.
Die Personalentwicklerin
Die Personalentwicklerin
(© Wolfgang Rudolf)
Junge Talente zu entdecken und fähige Mitarbeiter voranzubringen ist der Job von Melanie Pöschel (43). Die studierte Psychologin leitet die Abteilung Personalentwicklung und Recruiting. IT-Experten, Architekten oder technische Fachkräfte zu gewinnen gehört ebenso dazu wie Karrieren zu planen und Weiterbildungen zu vermitteln. „Es geht um Kompetenz und Charakter, darum, dass jemand etwas kann und zu uns passt", betont sie.
Der Software-Experte
Der Software-Experte
(© Wolfgang Rudolf)
Der Unternehmensbereich Schüco Digital bietet Kunden Softwarepakete, mit denen sie Ware ordern, Fassadenelemente konstruieren, Entwürfe visualisieren und Angebote für Auftraggeber erstellen können. Als Teamleiter Systems Innovation ist Björn Siekmann (32) für digitale Lösungen zuständig, die speziell auf Metallbaubetriebe zugeschnitten sind. Der studierte Informatiker kam 2013 als Software-Entwickler zu Schüco.
Der Produkt-Manager
Der Produkt-Manager
(© Wolfgang Rudolf)
In Kontakt mit Kunden aus der ganzen Welt zu stehen, ihre Anforderungen an Produkte herauszufinden und daraus Vorgaben für Neuentwicklungen und Verbesserungen zu formulieren, das ist die Aufgabe von Marvin König Castro. Der 29-Jährige hat Kaufmann gelernt sowie Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftspsychologie studiert. Er arbeitet als Produkt- und Projektmanager für Fensterbeschlagsysteme.

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