Mit Sparrenburg-Motiv: Jacky Rieger zeigt die Bielefeld-Banknote. Der Null-Euro-Schein erfreut sich bei Sammlern großer Beliebtheit, viele Städte nutzen ihn im Stadtmarketing. Bielefeld nicht. Weggelassen wurde das Infozentrum an der Burg. - © Andreas Zobe / Sarah Jonek
Mit Sparrenburg-Motiv: Jacky Rieger zeigt die Bielefeld-Banknote. Der Null-Euro-Schein erfreut sich bei Sammlern großer Beliebtheit, viele Städte nutzen ihn im Stadtmarketing. Bielefeld nicht. Weggelassen wurde das Infozentrum an der Burg. | © Andreas Zobe / Sarah Jonek

Bielefeld Ein echter Null-Euro-Bielefeld-Schein

Ab Montag gibt es das kuriose Stück zu kaufen. Das Patent hat ein Franzose

Kurt Ehmke

Bielefeld. Der weltweit erste Euroschein mit Bielefelder Motiv erscheint am Montag. Die Sparrenburg ziert den Schein, der aus einer echten Banknotendruckerei kommt und alle Sicherheitsmerkmale aufweist: Faden, Hologramm, Seriennummer, Fluoreszenz, Blindenschrift - alles da. Sein Wert: null Euro. Verkauft wird er für 3,90 Euro bei Briefmarken- und Münzen-Otto an der Rathausstraße 12. Kurios ist der Schein, keine Frage - "wir schenken ihn zu unserem 25-jährigen Bestehen quasi den Bielefeldern", sagt Michael Otto, einer der beiden Brüder, die das traditionsreiche Geschäft führen. Ein Souvenir, das in anderen Städten begehrt ist: In Berlin kann er als Brandenburger-Tor-Variante aus Automaten gezogen werden, am Eiffelturm ebenso. Sein Wert schwankt, in Sammlerkreisen der höchstdotierte ist ein Schein des MSV Duisburg, für mehr als 400 Euro wird er gehandelt. Ihn hat ein Stromanbieter bewusst rar gemacht, er gab ihn zu Verträgen dazu. In Bielefeld haben Michael und Christian Otto bei der Druckerei in Frankreich 5.000 Scheine bestellt. Ein halbes Jahr dauerte es, bis sie da waren. "Sie sind begehrt, wir haben schon für 4.000 Bestellungen aus ganz Europa, weil das in Sammlerkreisen sofort rum ist", sagt Otto. Die restlichen 1.000 kommen in den freien Verkauf, dürften "aber nach wenigen Wochen weg sein", so der Experte. Er möchte seiner Geburtsstadt ein besonderes Werbemittel bieten und plant eine Serie. "Zum Mai oder Juni kommt der nächste Bielefelder Null-Euro-Schein - mit dem Alten Rathaus als Motiv." Es sollen die Kunsthalle und der Alte Markt folgen. Schade findet Otto, dass eine Anfrage bei Bielefeld Marketing abgelehnt worden ist. Er findet, "dass das ein sehr besonderes und einmaliges Werbemittel für Bielefeld gewesen wäre" - zum Beispiel für einen Verkauf an der Burg geeignet. Martin Knabenreich von Bielefeld Marketing erklärt, dass es kein Interesse an Aktionsprodukten gebe. Die Tourist-Info verkaufe nur BI-Stadtmarketingprodukte - "wir versuchen, sehr schlank zu bleiben und wollen kein Gemischtwarenkaufhaus werden". Wie auch immer, die Gebrüder Otto freuen sich nun auf den Montag und ihr persönliches Jubiläumsprodukt. Endlich sind die Pakete aus Frankreich da, hat die Banknotendruckerei, die zu den weltweit größten gehört und Regierungen und Zentralbanken bedient, geliefert. Die Idee für die Scheine hatte Richard Faille, der Franzose hat weltweit die Rechte am Null-Euro-Schein aus der echten Notendruckerei. 2015 kamen erste Scheine heraus, viele Metropolen haben ihren Null-Euro-Schein. In Deutschland die höchsten Auflagen haben Kiel (für Segler-Veranstaltungen) und der Lutherschein für das Lutherjahr; ihn gibt es 200.000 Mal. Zur Fußball-WM in Russland soll übrigens eine Serie herauskommen - 32-teilig mit allen Mannschaften der teilnehmenden Nationen.

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