Orkantief Friederike: Der Sturm kippte zahlreiche Bäume um, darunter allein 300 auf dem Waldfriedhof in Senne. - © Dietrich Lemke
Orkantief Friederike: Der Sturm kippte zahlreiche Bäume um, darunter allein 300 auf dem Waldfriedhof in Senne. | © Dietrich Lemke

Bielefeld Bielefelder ärgern sich über lange Sperrung des Waldfriedhofs

Nach dem Sturm: Umweltbetrieb braucht Wochen, um die 300 gestürzten Bäume zu entsorgen

Ansgar Mönter

Bielefeld. Orkantief Friederike sorgt immer noch für viel Arbeit und auch Unmut. Vor rund drei Wochen fegte der Sturm auch über Bielefeld hinweg. Zahlreiche Bäume kippte er um, darunter allein 300 auf dem Waldfriedhof in Senne. Der ist seitdem gesperrt - und wird es weitere drei bis vier Wochen wohl noch bleiben. Dieter Wehmeyer ist darüber sehr unglücklich. Er würde mit seiner Familie gerne die Gräber seiner Angehörigen besuchen. "Wir haben jetzt einige Gedenktage", sagt er. "Warum dauert die Sperrung nur so lange?", fragt sich Wehmeyer. Darauf hat Michael Koch eine Antwort. Der Sprecher des Umweltbetriebs der Stadt sagt: "Es ist noch zu gefährlich auf dem Friedhof." Mit allen verfügbaren Kräften würden die Schäden behoben, "aber 1.000 Leute haben wir nicht", sagt er. Und Zeitstress solle nicht entstehen. Die Arbeiten seien schließlich "brandgefährlich" für die Mitarbeiter. Die hohe Zahl von 300 umgekippten meist Kieferbäumen ist laut Koch mit dem durchfeuchteten Boden zu erklären. Der verringerte die Standfestigkeit. Mit schwerem Gerät sind die Mitarbeiter des Umweltbetriebs im Einsatz - ein zusätzlicher Gefahrenpunkt. Eine Teilöffnung deshalb ist nicht möglich, weil dann Gebiete des Friedhofs abgesperrt werden müssten, die Besucher sich aber erfahrungsgemäß oft nicht an die Sperrungen halten. Nur Beerdigungen sind momentan auf dem Waldfriedhof in Senne erlaubt. Dafür gibt es vom Umweltbetrieb Geleitschutz für die Trauernden. "Sie werden abgeholt und zurückbegleitet", erklärt Koch. Dieter Wehmeyer ist traurig über die Sperrung, versteht aber die Gründe dafür. Für ihn und viele andere potenzielle Friedhofs-Besucher ist jetzt Geduld gefragt.

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