Symbolbild. - © picture alliance / dpa Themendienst
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Bielefelderin leidet unter ihren Nachbarn – Stadt kann nichts tun

Bürgerausschuss: Sennestädterin beklagt Gestank. Stadt sieht sich nicht in der Pflicht

Sebastian Kaiser

Bielefeld. Komplett enttäuschend ist für eine Anwohnerin des Verler Dreiecks eine Eingabe an den Bürgerausschuss verlaufen. Die Sennestädterin hatte sich an die Politiker gewandt, weil sie sich durch den Qualm aus Kaminöfen in der Nachbarschaft belästigt fühlt. Nicht nur im Winter, auch an warmen Sommertagen würden dort Kamine betrieben. „Es stinkt ständig", so die Anwohnerin. Lüften sei kaum möglich, da Rauch in die Wohnung ziehe. "Nicht mehr auszuhalten" „Im letzten Herbst bin ich in Urlaub gefahren, weil es nicht mehr auszuhalten war", berichtete sie dem Bürgerausschuss. Beim Bauordnungsamt habe sie sich mehrfach beschwert, den Schiedsmann und den Bezirksschornsteinfeger angesprochen. Geholfen habe ihr niemand. Nun forderte sie von der Stadt, die Öfen zu kontrollieren und ein Betriebsverbot ab einer bestimmten Außentemperatur zu erlassen. Dazu, so Petra Wellmann, stellvertretende Leiterin des Rechtsamtes, habe die Stadt jedoch keine Handhabe. Kaminöfen seien grundsätzlich genehmigungsfrei und müssten lediglich vom Schornsteinfeger abgenommen werden. "Regelung gegen Geruchsbelästigung kann Stadt nicht treffen" Der sei für die Kontrolle von Kaminöfen zuständig und könne auch den Feuchtigkeitsgehalt des Feuerholzes messen. Nur wenn Mängel festgestellt würden, würde der Schornsteinfeger das Bauamt einschalten. Dort lägen jedoch keine Mitteilungen vor. „Eine allgemeine Regelung gegen Geruchsbelästigung kann die Stadt nicht treffen", sagte Petra Wellmann. „Was ist mit meinem Recht auf saubere Luft? Bleibt einem denn am Ende nur eine Anzeige?", wollte die frustrierte Antragstellerin wissen. Eine konkrete Beschwerde sei zumindest eine Möglichkeit, erfuhr sie im Ausschuss. Besser sei es jedoch, so Ausschussvorsitzender Gerhard Henrichsmeier (CDU), im Gespräch mit den Nachbarn eine Lösung zu suchen: „Das Problem mit qualmenden Kaminen kennen wir auch aus anderen Teilen der Stadt. Man kann nur appellieren, die Öfen nicht bei Inversionswetterlagen und nur mit trockenem Holz zu betreiben." Der Ausschuss könne nicht in jedem Einzelfall das Bauordnungsamt in Marsch setzen, erklärte Eric Brücher (SPD).

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