Die Polizei gibt Tipps zum Thema Raubüberfälle. - © Symbolfoto: pixabay
Die Polizei gibt Tipps zum Thema Raubüberfälle. | © Symbolfoto: pixabay

Bielefeld Brutale Raubüberfälle machen den Bielefeldern Angst

Polizei-Expertin gibt Tipps nach mehreren Taten in jüngster Vergangenheit

Dennis Rother

Bielefeld. Mit erschreckender Häufigkeit gab es in den vergangenen Wochen brutale Raubüberfälle in Bielefeld. Opfer wurden mit Fäusten malträtiert, getreten und dann bestohlen, sie sackten nach den Attacken teilweise gar bewusstlos zusammen. Viele User von nw.de hat das aufgewühlt. Sie fragen: Kann man vorbeugen? Und wie verhält man sich im schlimmsten Fall der Fälle? Die Polizei gibt Ratschläge. Kriminalhauptkommissarin Anja Sürth kümmert sich in Bielefeld um das Thema Prävention, will die Bürger dafür sensibilisieren, dass man "auf offener Straße gar nicht erst Signale aussendet, die Angreifer anlocken könnten". Signale reichen laut Sürth von funkelnder Armbanduhr übers Portemonnaie bis zu Smartphone. Wer teure Dinge zur Schau trägt, die Diebe schnell zu Geld machen können, der lade womöglich auch Gelegenheitsräuber ungewollt ein. Straßenseite wechseln Besonders nachts gilt dann laut Anja Sürth, dass Fußgänger, wenn sie schon alleine unterwegs seien, dunkle Ecken vermeiden sollten. "Um größere Gruppen sollte außerdem bewusst ein Bogen gemacht werden. Im Zweifel lieber die Straßenseite wechseln als mitten hindurch gehen." Ganz sicher vor Überfällen ist man aber auch dann nicht. Wird man tatsächlich von Unbekannten attackiert, dann sind Hilferufe laut Anja Sürth das wichtigste. Wer sich lautstark bemerkbar mache, der verschrecke so manchen Angreifer. "Wer sich massiv wehrt, der muss damit rechnen, dass die Räuber in einer Art und Weise handeln, die völlig unberechenbar ist", sagt Sürth. Und das bedeute wiederum eine mutmaßlich höhere Gefahr, selbst schwer verletzt zu werden. Etwa wenn Waffen wie Messer gezückt würden. Eskalation droht Sürth wisse zwar, dass sie etwa Menschen mit Kampfsporterfahrung mit solchen Tipps kaum erreiche. Denn wer Selbstverteidigung kann oder meine zu können, der gehe womöglich zum Gegenangriff über. "Dann ist eine Eskalation aber nicht auszuschließen." Von Pfefferspray als vermeintliches "Gegenmittel" rät die Polizei ab. Pfefferspray könne in der akuten Situation ähnlich wirken wie das Wehren mit Fäusten und Tritten. Zielsicher genug, um durch das Sprühen ausschließlich den oder die Räuber außer Gefecht zu setzen, seien zudem nur wenige. Das hätten Erfahrungen gezeigt, so Sürth. Unmittelbar nach dem Angriff sollten Opfer dann die 110 wählen, sagt Anja Sürth. "Erstens wegen der Spurensicherung vor Ort, zweitens wegen der Täterbeschreibung." Ohne Polizei-Ermittlungen würden die Täter sonst demnächst vermutlich wieder zuschlagen.

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