Auf geht's: Marcel Dietel hat das Bewekenhorn an der Stapenhorststraße übernommen und ist seit gestern dabei, die Traditionsgaststätte zu sanieren. Er zeigt ein altes Bild vom Bewekenhorn. Sein Ziel: hochwertige Küche sowie gute Weine und besonderes Bier. - © Jörg Dieckmann
Auf geht's: Marcel Dietel hat das Bewekenhorn an der Stapenhorststraße übernommen und ist seit gestern dabei, die Traditionsgaststätte zu sanieren. Er zeigt ein altes Bild vom Bewekenhorn. Sein Ziel: hochwertige Küche sowie gute Weine und besonderes Bier. | © Jörg Dieckmann

Bielefeld Gerettet: Restaurant Bewekenhorn macht wieder auf

Traditionsgaststätte: Mitte bis Ende Februar will Marcel Dietel das Restaurant nach kurzer Pause im 119. Jahr des Bestehens wieder eröffnen. Er wohnt direkt über der Kneipe

Kurt Ehmke

Bielefeld. Im 119. Jahr seines Bestehens macht das Bewekenhorn an der Stapenhorststraße 50 wieder auf - nach einer kurzen Auszeit. Pächter Franz Schiche hatte im Dezember nach 16 Jahren aufgehört, nun haben sich die Gerüchte in Wahrheit gewandelt. Ein Koch aus der Nachbarschaft übernimmt und will noch im Februar wieder öffnen. Der 38-jährige Marcel Dietel setzt dann auf hochwertige Küche mit kleinerer Karte, gute Weine direkt vom Winzer und besondere Biersorten - und auf einen Mittagstisch. Sanierung und neue Farben Montag fing Dietel das Renovieren an. Der in die Jahre gekommene Gaststättenraum erhält neue Farben und soll frisch saniert daherkommen. Dietel, der selbst oben im Gebäude wohnt, hat 22 Jahre lang Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt, bevor es nun ins erste wirklich eigene Abenteuer geht. Er kochte im Mellow Gold, war drei Jahre lang Küchenchef im "2013", arbeitete auf Fehmarn und in der Schweiz. Nun will er es alleine wagen, will sich den Traum einer eigenen Karte erfüllen. Auf dieser soll es im Bewekenhorn keine Revolution geben, "es wird gutbürgerlich bleiben". Aber: "Ich will die Karte deutlich verschlanken, ich denke an 10 bis 15 Gerichte." Gutbürgerliches soll "neu interpretiert" werden. Er, der die thailändische und die arabische Küche schätzt, denkt an besondere Kombinationen. Dietel: "Der Bielefelder Westen hat gastronomisch in den vergangenen Jahren doch etwas gelitten, ich bin mir aber sicher, dass man mit einer guten Küche überzeugen kann." Zu dieser sollen bei ihm Weine gehören, die von einem Winzer abgenommen werden. Feine Weine und spannende Biersorten "Das wäre hier im Westen ein Alleinstellungsmerkmal - ein enger Freund ist Sommelier, er berät mich." Und wenn der Wein schmeckt, soll es auch möglich sein, ein paar Flaschen im Restaurant direkt zu kaufen und mitzunehmen. Hinzu sollen ausgewählte, besondere Biere kommen. Damit auch zur Mittagszeit das Bewekenhorn wieder ein Anlaufpunkt wird, will Marcel Dietel einen Mittagstisch anbieten. "Drei bis vier Gerichte sollen es sein, darunter ein Vegetarisches." In zwei bis drei Wochen will der 38-Jährige mit dem Renovieren fertig sein, "ich eröffne also auf jeden Fall noch im Februar." Und so könnte das traditionsreiche Bewekenhorn im kommenden Jahr dann in sein 120. Jahr gehen.

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