Symbolbild.
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Bielefeld 44 Prozent der Kinder in Bielefelder Kitas sind Migranten

Bei jedem dritten Kind wird zu Hause überwiegend nicht Deutsch gesprochen

Ariane Mönikes

Bielefeld. Fast jedes zweite Kind unter sechs Jahren, das in Bielefeld eine Kindertagesbetreuung besucht, hat einen Migrationshintergrund. Laut Information und Technik NRW (IT.NRW) als amtliche Statistikstelle des Landes haben von den insgesamt 11.158 Kindern in einer Betreuung 4.925 mindestens ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren wurde. Das entspricht einem Anteil von 44,1 Prozent. Die Zahlen sind von März 2017. Der Anteil ist allerdings im Vergleich zu dem in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Zum 1. März 2013 lag er bei 47,1 Prozent, 2014 bei 47,4, 2015 bei 48 und 2016 bei 47,4 Prozent. NRW-weit liegt Bielefeld über dem Schnitt: So besuchten Anfang März 2017 562.924 Kinder unter sechs Jahren in Nordrhein-Westfalen ein Angebot der Kindertagesbetreuung. Das entspricht einem Anteil von 31,7 Prozent. Bei jedem dritten Bielefelder Kind (3.715) in Kindertagesbetreuung wurde zu Hause überwiegend nicht Deutsch gesprochen. Der Anteil lag in den vergangenen Jahren etwas drunter: 2013 waren es 29,8 Prozent. Die Entwicklung bei den Kindern aus Haushalten, in denen nicht vorrangig Deutsch gesprochen wird - mit einer Erhöhung von knapp unter 30 auf etwa 33 Prozent innerhalb von vier Jahren - entspricht laut Sozialdezernent Ingo Nürnberger den Erfahrungen der Praktiker. "Wir haben darauf auch frühzeitig reagiert: Die Sprachförderung wird schon seit mehreren Jahren aus kommunalen Mitteln verstärkt", erklärt er. "Wir wollen, dass die Kinder möglichst gut vorbereitet in die Grundschule starten können." Die Evaluation zeige, dass die Stadt mit der zusätzlichen Sprachförderung tatsächlich auch tolle Erfolge in der sprachlichen Entwicklung der Kitakinder erziele. "Deshalb wollen wir die zusätzliche Sprachförderung in den Kitas fortsetzen." Auch das Konzept der alltagsintegrierten Sprachbildung hätte sich bewährt. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund war in den kreisfreien Städten und Kreisen des Landes unterschiedlich: In Gelsenkirchen (51,6 Prozent) und Duisburg (47,7 Prozent) hatte Anfang März 2017 nahezu jedes zweite betreute Kind mindestens ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren wurde. Die niedrigsten Anteile ermittelten die Statistiker bei dieser Betrachtung für den Kreis Coesfeld (7,4 Prozent) und den Hochsauerlandkreis (16,6 Prozent). Bei den Familien, die sich zu Hause überwiegend nicht in Deutsch unterhalten, wiesen die Städte Gelsenkirchen (41,5 Prozent), Duisburg (40,3 Prozent) und Hagen (36,8 Prozent) die höchsten Quoten auf. Den niedrigsten Anteil hatte im vergangenen Jahr der Kreis Coesfeld (10,2 Prozent).

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