An Bielefelds Straßen wird in den kommenden zwei Jahren mächtig gearbeitet. - © Symbolbild: pixabay
An Bielefelds Straßen wird in den kommenden zwei Jahren mächtig gearbeitet. | © Symbolbild: pixabay

Bielefeld Kommentar: Wegen vieler Baustellen kommen zwei harte Jahre auf Bielefeld zu

Joachim Uthmann

Bielefeld. Straßen, Brücken und Kanäle sind veraltet und marode. Nicht nur Bielefeld erlebt jetzt die Folgen der Nachlässigkeit, dass ein reiches Industrieland über Jahrzehnte seine Infrastruktur verkommen lässt. Der Druck zu handeln wächst. Die Folge wird eine zwei Jahre lange Häufung von großen Baustellen sein, die den Verkehr erheblich behindern und für Engstellen sorgen. Was ein Zuviel an Sperrungen bedeutet, konnten vor allem die Schildescher 2017 erleben, als im Westen teils fast nichts mehr ging. Der Oberbürgermeister musste eingreifen, um Blockaden aufzulösen. Noch wird an der Beckhausstraße gebuddelt. Hier drängt die Zeit. Denn wenn die Bahn im Juni mit ihren drei Brückenbauten beginnt, wird die Beckhausstraße wichtige Ader für den Umleitungsverkehr von Schildescher und Schillerstraße sein. Staus wird es trotzdem geben, ebenso, wenn die Von-der-Recke-Straße dicht ist. Hier wird schon ab Februar gesperrt. Lage verschärft sich noch Im Berufsverkehr wirds eng. Ungewöhnlich bei den Bahnbaustellen ist, dass auch Fußgänger und Radler nicht mehr hier gehen oder fahren dürfen. Das schneidet ins tägliche Leben ein. Betroffene müssen erhebliche Umwege in Kauf nehmen. Denn die Barriere Bahnstrecke ist nur an wenigen Stellen zu passieren. Dass das Amt für Verkehr, Umweltbetrieb und Stadtwerke mit mehreren größeren Straßen-, Kanal- und Gleisbaustellen auf wichtigen Hauptstrecken am Innenstadtrand parallel für Engpässe sorgt, verschärft die Lage erheblich. Doch auch hier gilt: Die Sanierungen sind teils überfällig. Und der Ausbau der Stadtbahnstrecke der Linie 3 in der August-Bebel-Straße ist lang geplant. Aktuelles kommt hinzu: Der Breitbandausbau muss dringend vorangetrieben werden. Und die Stadt muss Unfallschwerpunkte wie jetzt an der Jöllenbecker/Neue Mindener Straße, wo schon die Bezirksregierung mahnt, entschärfen. Alles unter einen Hut zu bekommen, sei „sportlich", sagt der Verkehrsdezernent. Und es erfordert viel Geschick. Die vom OB verstärkte Baustellenkoordinierungsrunde muss den Verkehrsinfarkt verhindern. Ein Lenkungskonzept muss her, das verstärkt Verkehr auf die Hauptader Ostwestfalendamm leitet. Nur so kann die Innenstadt wirksam entlastet werden. Und für einen Verkehrsversuch am Jahnplatz wäre es ohnehin nötig.

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