Bielefeld Interview: Ansgar Brinkmann, warum gehen Sie ins Dschungelcamp?

Wenn am Freitag das RTL-Dschungelcamp startet, ist auch Ex-Armine Ansgar Brinkmann dabei. Obwohl er eigentlich nie wollte. Woher kommt der Sinneswandel? Ein Interview.

Ingo Kalischek

Bielefeld. Schon bald geht es für den ehemaligen Profi-Fußballer Ansgar Brinkmann in den australischen Dschungel. Im Interview mit nw.de verrät er, warum er sich nun doch auf die RTL-Sendung eingelassen hat und was er im Dschungelcamp am meisten vermissen wird. Herr Brinkmann, Känguru-Hoden oder Kakerlaken - was werden Sie bei den Prüfungen leichter runterkriegen? Ansgar Brinkmann: Ich werde sicher nicht nach Sydney fliegen, um zu sagen: "Ui, damit habe ich jetzt ja gar nicht gerechnet." Aber ich bin auch nur ein Mensch - und ich weiß noch nicht, wie ich bei den Prüfungen reagieren werde. Wie wollen Sie sich im Camp Ihren Mitstreitern gegenüber verhalten? Brinkmann: Ich habe als Fußballer 39 Trainer gehabt - und auf keinen gehört. Aber ich war immer ein Teamplayer. Das werde ich auch im Dschungel sein. Werden Sie die Kameras und die Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen einschüchtern? Brinkmann: Nö. Wenn ich Dinge machen soll, die einfach nicht zu meinem Wesen passen, habe ich kein Problem damit, mich vor die Kameras zu stellen - und zu fragen: "Ey RTL, was ist los mit Euch?" Ich gehe vor keinem auf die Knie. Und dennoch haben Sie dem lukrativen Dschungel-Angebot zugestimmt . . . Brinkmann: Ich verleihe RTL ein paar Tage meines Lebens. Das macht man natürlich nicht umsonst. Was ist los? (lacht) Genau das haben Sie bis vor einem Jahr aber vehement ausgeschlossen. Wieso sind Sie nun eingeknickt? Brinkmann: Ich habe zehn Jahre lang sämtliche Angebote abgelehnt: Big Brother, Let`s Dance, das Dschungelcamp. Dass ich nun zugesagt habe, kann man mir vorwerfen. Das stimmt. Aber das ist mein Leben und meine Zeit. Rainer Calmund gab mir den Tipp: "Das ist das meistgesehene Format. Mach das mal." Das Geld allein treibt mich nicht an. Wie viel bekommen Sie? Brinkmann: Darüber redet man nicht. Was wird Ihnen im Dschungel am meisten fehlen? Brinkmann: Ich fahre gern mal nachts um 3 Uhr auf meinem Longboard durch Bielefeld oder hole mir von der Tanke `ne eiskalte Coke. Das wird jetzt erst mal wegfallen. Das stelle ich mir nicht leicht vor. Und Ihre "Mitbewohner"? Brinkmann: Ich kenne niemanden persönlich. Aber die Ochsenknecht wirkt authentisch. Glauben Sie an neue Freundschaften im Camp? Brinkmann: Ich geh` doch nicht in den Dschungel, um Freunde zu finden. Freundschaft ist für mich schließlich mit das höchste Gut. Sie dürfen zwei Luxusgüter mit ins Camp nehmen. Welche sind das bei Ihnen? Brinkmann: Ein Kissen und was Emotionales: mein Longboard. Mehr nicht? Brinkmann: Nein, das ist alles. Wer begleitet Sie? Brinkmann: Meine Ex-Partnerin Inga Kusiek. Niemand kennt mich besser. Wir sind gut befreundet. Bin jetzt mit meinen Freunden André und Inga auf den Weg in den Dschungel. Ist warm da. Da brauch ich nur ein T-Shirt 😂 was da drauf steht? Irgendwann holt sich die Straße den Fußball zurück! ⚽️ So wird’s sein! Der Fußball gehört uns allen!! Euer Ansgar#weisserbrasilianerpic.twitter.com/xMo0kZBwRF — Ansgar Brinkmann (@AnsgarBrinkmann) 13. Januar 2018 Ihr Kumpel Thomas Häßler war in der vorherigen Staffel recht erfolgreich ... Brinkmann: Wenn Icke Häßler da reingeht, dann kann ich das nach 20 Jahren Abstiegskampf auch. Ein weiterer Ex-Fußballer im Camp war Thorsten Legat. Mit seiner direkten Art und vielen Sprüchen stand er bei den Zuschauern hoch im Kurs. Darf man das auch von Ihnen erwarten? Brinkmann: Ich war auf und neben dem Platz unberechenbar. Das bin ich immer noch - auch mir selbst gegenüber. Wenn ich einen schlechten Tag erwische, kann es auch passieren, dass ich aus dem Lager- ein Osterfeuer mache. Ihr Handy vibriert in einer Tour . . . Wer drückt denn alles so die Daumen? Brinkmann: Unter anderem Patrick Owomoyela und Jürgen Klopp. Kloppi will jede Folge gucken. Es gibt Situationen im Leben, da weißt du: jetzt kannst du einpacken...#weisserbrasilianer#IBES2018pic.twitter.com/JMGZJda0D5 — Ansgar Brinkmann (@AnsgarBrinkmann) 12. Januar 2018 Apropos Fußball. Was sagen Sie zur aktuellen Diskussion um Arminias Finanzen? Brinkmann: Wenn man keine Details kennt, sollte man lieber die Fre. . . halten. Ich mache keine Ferndiagnose. Aber ich sehe fast jedes Spiel. Und Jeff Saibene ist ein guter Typ. Er ist herzlich, erfahren und intelligent. Den muss man einfach mögen. Ist es richtig, Arminia wieder unter die Arme zu greifen? Brinkmann: Der Verein gehört zu Bielefeld so wie das Hermannsdenkmal in den Teutoburger Wald . . . Zurück zu Ihnen: Was machen Sie, wenn Sie aus dem Dschungel heimkehren? Brinkmann: Dann sitze ich wieder hier im Waschsalon und trinke danach 'nen Cappuccino beim Lieblingsbäcker. Keine Angst, den Dschungel später zu bereuen? Brinkmann: Nee, ich möchte bloß fair behandelt werden. Und unter Druck war ich immer stark. Wenn andere medial im roten Bereich sind, bin ich noch im Urlaub.

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