In der "Todeskugel" war es am Sonntag zu einem Unfall gekommen. - © Christian Weische
In der "Todeskugel" war es am Sonntag zu einem Unfall gekommen. | © Christian Weische

Bielefeld Trotz Unfall: "Todeskugel" im Zirkus Flic Flac bleibt im Programm

Zwei Fahrer kamen nach dem Crash am Sonntag in Bielefeld ins Krankenhaus. Kollisionen gab es auch in anderen Städten bereits

Dennis Rother

Bielefeld. Den Zuschauern ist am Sonntagabend bei der Vorstellung des Zirkus Flic Flac die Kinnlade heruntergeklappt – und das aus einem ganz anderen Grund als von den Veranstaltern erhofft. Es kam in der „Todeskugel" zum schweren Motorrad-Unfall. NW-Leser fragen nun: Muss der Hochrisiko-Stunt überhaupt sein? Schließlich habe es dort schon öfter Unfälle gegeben. Für Flic Flac kein Grund, die Nummer aus dem Programm zu nehmen. Der Crash passierte am letzten Tag der Bielefelder Weihnachts-Shows während der vorletzten Vorstellung. In der Stahlkugel mit fünf Metern durchmesser waren zehn Fahrer unterwegs, als es laut Flic-Flac-Angaben „durch einen Fahrfehler zu einer Kollision kam". Glücklicherweise sei „nichts Ernstes" passiert, sagte Zirkuschefin Gabi Kastein. Zwei Fahrer kamen ins Krankenhaus, bei einem wurde eine kleine Wunde am Finger genäht, hieß es weiter. Bei der Abendvorstellung war die „Todeskugel" wieder im Programm. Statt zehn Fahrern allerdings nur mit acht. Das lag laut Flic Flac aber nicht an den Verletzungen, sondern an Motorradschäden. Flic Flac wolle weiter auf die Nummer setzen, sagt Susanna Stubbe, Sprecherin für die Bielefelder Shows. Die Fahrer aus Kolumbien, die am Montag dann die Heimreise antraten, seien Vollprofis. Risiko sei bei „artistisch hochkarätig choreographierten" Shows einkalkuliert, „siehe ,Todesrad’ oder Hochseilakt". Stubbe: „Das Motorrad-Team fährt seit 20 Jahren und macht pro Jahr 300 Shows." In Oberhausen wurde die „Todeskugel" aus der Vorführung gestrichen Allerdings: In Oberhausen wurde 2017 die „Todeskugel" aus der Vorführung gestrichen. Eine Reaktion auf schwere Stürze in Köln oder Dortmund in den Vorjahren? „Nein", sagt Susanna Stubbe. Man variiere zwischendurch immer mal wieder, baue neue Nummern ein, so laufe das Geschäft. An anderen Flic-Flac-Standorten sei die „Todeskugel" zudem im Programm geblieben – nicht zuletzt weil die „Todeskugel" als Publikumsmagnet gilt. „Die Nachfrage von den Zuschauern ist sehr groß", sagt Susanna Stubbe. Bei den hiesigen Flic-Flac-Shows gab es in der Vergangenheit in der „Todeskugel" bislang keine Kollisionen. Bei Akrobatiknummern im „Todesrad" oder am Trapez kam es aber bereits zum Rippenbruch sowie zu Kopfverletzungen.

realisiert durch evolver group