Die Artisten des Zirkus Flic Flac fahren mit bis zu zehn Maschinen in dieser Stahlkugel. Am Sonntag gab es im Innern einen Crash. - © Hans Blossey / www.blossey.eu
Die Artisten des Zirkus Flic Flac fahren mit bis zu zehn Maschinen in dieser Stahlkugel. Am Sonntag gab es im Innern einen Crash. | © Hans Blossey / www.blossey.eu

Bielefeld Großer Schreck: Motorradunfall in der Todeskugel des Zirkus Flic Flac

Rettungsdienst und Feuerwehr eilen mit großer Zahl zur Radrennbahn. Einsatzleiter gibt schnell Entwarnung: Nur zwei Leichtverletzte

Jens Reichenbach

Bielefeld. Ein Unfall bei der haarsträubenden Motorrad-Nummer im Zirkus "Flic Flac" hat am Sonntagabend bei Hunderten Zuschauern an der Radrennbahn einen großen Schrecken ausgelöst. Wie Feuerwehreinsatzleiter Frank Klumpe aber versicherte, seien die Artisten größtenteils unverletzt geblieben. Wie der Zirkus am späten Abend bekannt gab (siehe unten), kamen am Ende doch zwei Leichtverletzte vorübergehend ins Krankenhaus. Kurz vor Ende der Vorstellung fahren bis zu zehn Motorradfahrer in einer als "Todeskugel" (oder auch "Globe of Speed" oder "Globe of Death") bezeichneten Stahlkonstruktion - einem Käfig mit gerade mal 5 Metern Durchmesser. Die Motorradfahrer fahren dabei kreuz und quer über die innere Wand der Kugel und treffen sich in der Regel dabei nicht. Am Sonntagabend aber kam es zu einem Fahrfehler, der zu einem Crash der Fahrer führte. Nach dem Zusammenstoß rissen die Unfallfahrer weitere Artisten mit sich nach unten, wie Augenzeugen berichteten - eine Kettenreaktion. Im Zuschauerbereich war der Schrecken so groß, dass gleich mehrere Zuschauer den Notruf wählten, um Notärzte und Rettungssanitäter zur Unfallstelle zu rufen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr eilte zur Radrennbahn Die Zirkustechniker ließen daraufhin die Stahlkugel zu Boden und fuhren diese samt der Artisten aus der Manege. Weil sich das Öffnen der Ausgangstür als schwierig erwies. Viele schockierte Zuschauer verließen noch vor Vorstellungsende den Zirkus. Laut Klumpe eilte gleichzeitig ein Großaufgebot von Rettungsdienstfahrzeugen inklusive Notärzten aber auch ein Löschzug der Feuerwehr zu dem Zirkuszelt. Sogar überörtliche Hilfe aus dem Kreis Herford wurde angefordert. Ein Verantwortlicher vor Ort versicherte aber den ersten eintreffenden Rettungskräften, dass niemand dabei verletzt wurde. Er berichtete dem Feuerwehreinsatzleiter, dass solche Unfälle im Training häufiger passierten. Die Fahrer wüssten, wie sie sich dabei verhalten müssten. Alles sei in Ordnung, niemand sei verletzt worden. Die Feuerwehr konnte noch vor Eintreffen weiterer Rettungskräfte den Einsatz abbrechen. Der Schrecken der Zuschauer saß indes weiterhin tief. Um 23 Uhr am Sonntag veröffentlichte der Zirkus folgende Mitteilung: Nicht mehr als eine kleine Wunde beim Flic-Flac-Unfall im „Globe of Speed": "Unverletzt können am Montag alle Artisten des „Globe of Speed" der Bielefelder Flic Flac X-Mas Show „Ready or not…" die Heimreise nach Kolumbien antreten. Am letzten Tag, in der Nachmittagsvorstellung, war es zu einem Crash in der Stahlkugel gekommen. In der Kugel, die einen Durchmesser von 5 Meter hat, fuhren zehn Motorradfahrer, als es durch einen Fahrfehler eines Bikers zu einer Kollision kam. Die Zuschauer befürchteten zunächst Schlimmes. 'Glücklicherweise ist nichts Ernstes passiert', so Zirkuschefin Gabi Kastein am Abend. Zwei der Biker wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht, sind aber inzwischen wieder entlassen worden. Bei einem der beiden wurde eine kleine Wunde am Finger genäht. Das Team des Zirkus Flic Flac ist erleichtert, dass sich niemand ernsthaft verletzt hat. 'Wir verstehen sehr gut, dass unsere Zuschauer besorgt waren', so Gabi Kastein, 'umso erleichterter sind wir, jetzt diese gute Nachricht verbreiten zu können.' In der Abendvorstellung war die Nummer wieder im Programm. Statt zehn Biker fuhren acht. Der Grund waren aber nicht die Verletzungen, sondern der Schaden an zwei Motorrädern."

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