Auch das Audi-Zentrum an der Eckendorfer Straße ist von der Pleite der Autohändlerkette Max Moritz betroffen. - © Oliver Krato
Auch das Audi-Zentrum an der Eckendorfer Straße ist von der Pleite der Autohändlerkette Max Moritz betroffen. | © Oliver Krato

Bielefeld Insolvenz bei Max Moritz: Audi-Zentrum sucht Käufer

Christine Panhorst

Bielefeld. Ex-Profifußballer Thomas Helmer moderierte, es gab eine Lasershow und eine Gala für 600 geladene Gäste: erst 2015 war mit viel Pomp und Promis eröffnet worden. Zwei Jahre später steht das Audi-Zentrum an der Eckendorfer Straße jetzt zum Verkauf. Die VW-Autohauskette Max Moritz ist Pleite. Die Volkswagen-Sparte der Weller-Gruppe hat in Eigenregie Insolvenz angemeldet. Alle Häuser sollen saniert oder verkauft werden. Die 50 Bielefelder Beschäftigten müssen jedoch nicht um ihre Jobs bangen. Neubau für 10 Millionen Euro Das ist zumindest die Einschätzung von Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Weller-Gruppe. „In Bielefeld lief es von Beginn an gut. Hier habe ich keine Bedenken, dass wir schnell einen Investor finden, der das Autohaus betreibt", ist Weller überzeugt. Rund 10 Millionen Euro hatte Weller in den Neubau an der Eckendorfer Straße 23 auf 17.000 Quadratmeter Grundstücksfläche investiert – ein moderner Autohauspalast. Sein Verkauf soll innerhalb einer Frist von drei Monaten stattfinden. Für die Mitarbeiter gebe es weiter Gehälter, versichert Weller auf NW-Anfrage. Auch für Kunden des Audi-Zentrums ändere sich nichts: Sie könnten den vollen Service erwarten. „Bei unserer Insolvenz in Eigenregie läuft alles ein bisschen anders", erklärt der Weller-Chef. „Wir haben mit dem VW-Konzern eine Einigung getroffen und machen das zusammen. Wir werden von VW auch weiter wie bisher mit Autos und Ersatzteilen beliefert werden." "Seit Eröffnung stetig gewachsen" Rund 600 Neuwagen und 1.300 Jahreswagen würden im Bielefelder Audi-Zentrum pro Jahr verkauft, sagt Weller. „An diesem Standort könnten eher noch Mitarbeiter eingestellt werden. Seit der Eröffnung sind wir hier stetig gewachsen." Doch damals, zur glamourösen Eröffnung 2015, hatte Weller nach eigenen Angaben noch 750 Neuwagen und 1.500 Gebrauchten pro Jahr verkaufen wollen. Zwei Jahre danach werden diese Verkaufszahlen jedenfalls nicht erreicht. Das klingt nicht nach Wachstum. Obwohl im Autohaus heute 13 Mitarbeiter mehr arbeiten als noch zu Anfangszeiten. Bei den mittelfristig angepeilten Verkaufszahlen war 2015 sogar von 1.000 Neuen und 2.000 Gebrauchten pro Jahr die Rede gewesen. Inkonsequenz im Management Doch „problematisch" nennt Weller nur die Autohäuser in Emden, Aurich und Leer. Dass der Dieselskandal etwas mit den Umsatzproblemen in der VW-Sparte bei Max Moritz zu tun haben könnte, weist er entschieden zurück. „Die Insolvenz ist hausgemacht. Wir hatten mit strukturellen Problemen zu kämpfen, die wir nicht haben lösen können. Es gab Inkonsequenz im Management." Jetzt soll „hart saniert werden", so nennt es der Geschäftsführer. Das werde auch Jobs kosten, „aber eben nicht in Bielefeld". Derzeit beschäftigt Max Moritz etwa 650 Mitarbeiter bundesweit. In Bielefeld ist die Gruppe außerdem mit der Sparte „Auto Weller" mit drei weiteren Häusern vertreten, unter anderem mit einem Skoda-Händler, ebenfalls an der Eckendorfer Straße. Diese Autohäuser sind von der Insolvenz nicht betroffen.

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