Jubel: Ilka Boskugel, Heike Brumme, Daniela Schmidt-Müller (alle Schulpflegschaft), Frank Elbracht (Sprecherrat der Realschulen), Anke Schweser (Mutter), Natascha Kunert-Möller (Schulleiterin Realschule Jöllenbeck) und Andrea Reckefuß (stellvertretende Schulleiterin Bosse-Realschule, v. l.). - © Christian Weische
Jubel: Ilka Boskugel, Heike Brumme, Daniela Schmidt-Müller (alle Schulpflegschaft), Frank Elbracht (Sprecherrat der Realschulen), Anke Schweser (Mutter), Natascha Kunert-Möller (Schulleiterin Realschule Jöllenbeck) und Andrea Reckefuß (stellvertretende Schulleiterin Bosse-Realschule, v. l.). | © Christian Weische

Bielefeld Rat beschließt: Die Bosseschule bleibt

Rat hat am Mittwochabend den Schließungsbeschluss des Schulausschusses korrigiert. Eltern hatten für den Erhalt der Schule gekämpft

Ariane Mönikes

Bielefeld. Aufatmen an der Bosseschule: Die Realschule bleibt bestehen. Das hat der Rat der Stadt am Mittwochabend entschieden und damit den Beschluss des Schulausschusses vom 17. Oktober korrigiert. Der hatte sicht – gegen die Stimmen von CDU, FDP und BfB – für eine Schließung ausgesprochen. Am Abend ist dann die Paprika-Koalition zurückgerudert. Die Verwaltung hatte eigentlich andere Pläne: Sie wollte die Realschule auslaufend schließen und am Standort Gellershagen eine Sekundarschule etablieren. Die soll nun auch kommen, aber gleichzeitig auch die Bosseschule am Netz bleiben. Dafür hatten die Schulpflegschaft und der Sprecherrat der Bielefelder Realschulen monatelang gekämpft. Sie hatten nach der Schulausschusssitzung auch Verwaltungsrechtler Burkhard Zurheide eingeschaltet, der am Freitag einen Brief an Oberbürgermeister Pit Clausen schrieb – mit der Anregung, auf den Schließungsbeschluss zu verzichten. Die Stadt hat nun reagiert: Das Risiko einer möglichen Klage der Eltern war ihr wohl zu groß. Kurz vor knapp gab es einen neuen Beschlussvorschlag, die Schule nun erstmal nicht zu schließen. Vor der Ratssitzung soll es auch noch Gespräche mit der Bezirksregierung gegeben haben. Nach der Sitzung war klar: Die Bosseschule bleibt erhalten. Nur wenige Anmeldungen Viel diskutiert wurde im Rat in einer Sitzungsunterbrechung, die öffentliche Debatte fiel da kürzer aus. „Offensichtlich muss man in Bielefeld immer erst mit Anwälten kommen, damit man von der Verwaltung sein Recht bekommt", sagte Jan Maik Schlifter (FDP). „Schlechtes rechtliches Handwerk, Verunsicherung von Kindern und Eltern kennzeichnen die Schulpolitik der Verwaltung." Eltern jubelten Marcus Kleinkes, schulpolitischer Sprecher der CDU: „Wir haben im April erfahren, dass wir in den nächsten zehn Jahren 25 Klassen im Sek-I-Bereich brauchen – wir sollten dabei bleiben, keine Schule in Bielefeld zu schließen." Thomas Wandersleb (SPD) machte deutlich, dass man jetzt genau schauen müsse, wie die Zukunft der Bosserealschule aussehen wird. Die Eltern, die die Sitzung im Ratssaal verfolgten, rissen die Arme zum Jubeln in die Höhe, als die Entscheidung stand. Daniela Schmidt-Müller, Schulpflegschaftsvorsitzende der Bosseschule, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass die Schule erhalten bleibt." An dem Beschluss, die Kuhlo-Realschule zu schließen, rüttelte am Abend niemand: Im Gebäude der Schule an der Fritz-Reuter-Straße soll zum Schuljahr 2018/19 eine weitere Sekundarschule in Bielefeld gegründet werden.

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