Die Herforder Straße wird wieder für Pkw gesperrt, damit Fußgänger, Skater und Radfahrer freie Bahn haben. - © Archivfoto Barbara Franke
Die Herforder Straße wird wieder für Pkw gesperrt, damit Fußgänger, Skater und Radfahrer freie Bahn haben. | © Archivfoto Barbara Franke

Bielefeld/Herford Die Herforder Straße wird wieder zum Paradies für Skater, Fußgänger und Radler

Bei "Ohne Auto mobil" wird die Verbindung zwischen Bielefeld und Herford einen Tag lang komplett gesperrt

Corina Lass

Bielefeld/Herford. Mit Rad oder Tretroller, im Rollstuhl, auf dem Skateboard, in Rollerblades oder zu Fuß: Am Sonntag, 1. Oktober, ist auf der Strecke zwischen Bielefeld und Herford wieder jeder fahrbare Untersatz erlaubt, der keinen Motor hat, zumindest keinen benzinbetriebenen. „Ohne Auto mobil" heißt es dann wieder auf der Strecke zwischen den Städten. Die Veranstalter hoffen auf schönes Wetter und erwarten in diesem Fall rund 50.000 Menschen. Denn so viele waren es in den vergangenen Jahren auf den insgesamt 16 Kilometer langen Straßen. Start- und Endpunkte sind in Bielefeld das Rathaus am Niederwall und in Herford die beginnende Bielefelder Straße und der Fürstenauplatz. Dazwischen spielen etliche Aktionen eine Rolle, wie gestern die Organisatoren und Sponsoren aus beiden Städten deutlich machten. Es geht um Mobilitätskonzepte, ökonomische und ökologische Fragen, Gesundheit und Freizeit, die Belebung der Nachbarschaft und eine Willkommenskultur, mit der Menschen aus beiden Städten den Einfahrenden aus der jeweils anderen Stadt begegnen wollen. Insgesamt 13 Stationen, sieben in Herford und sechs in Bielefeld, sind Anlauf- und Anfahrpunkte für die Menschen. An beiden Start- beziehungsweise Endpunkten – der WWE-Parkplatz in Herford und der Rathausplatz in Bielefeld – geht es um Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit. In Herford nennt sich das Klimameile, in Bielefeld „Klimafreundlich unter-wegs". Wettertechnisch seien sie in den vergangenen Jahren immer gut nach oben verdrahtet gewesen, sagte Stephanie Dietz vom Bielefelder Amt für Verkehr. Für dieses Jahr hofft sie, dass das ebenso der Fall ist. Denn wegen der Bundestagswahl, wegen Heeper Ting und Schildescher Stiftsmarkt musste die Aktion nach hinten verschoben werden. In Bielefeld gibt es eine Foto-Film-Aktion: In einer Box können sich Interessierte ablichten lassen, mit Herforder oder Bielefelder Hintergrund – oder einem, der noch nicht verraten wird. Auch Fotos mit Fahrrad sind möglich. Die Station ist ausreichend ausgestattet, verspricht Gabriele Weber vom Bielefelder Amt für Verkehr, selbst der 50.000. Besucher werde sein Foto mit nach Hause nehmen können. Im Ravensberger Park ist um 11.30 Uhr eine Führung durch die Fahrradausstellung vorgesehen. Das Historische Museum hat die Ausstellung anlässlich des 200. Jubiläums des Fahrrads konzipiert. Wer mag, nimmt an einer der Führungen zur Geschichte der Radrennbahn an der Heeper Straße teil, die zwischen 12 und 16 Uhr stattfinden. Das lohnt sich, sagt Stephanie Dietz, die selbst Mitglied des Fördervereins der Radrennbahn ist. Sie empfiehlt auch, mit Helm und mindestens 20 Stundenkilometern selbst eine Runde dort zu drehen. Vor allem die Steilkurve sei ein Erlebnis, sagt sie. Auf der Radrennbahn sind zudem zwischen 12.30 und 15.30 Uhr historische Radsportfilme zu sehen. Mitmachaktionen gibt es im weiteren Streckenverlauf auf dem Tieplatz in Heepen und in Brake in Höhe der Flüchtlingscontainer an der Herforder Straße/Ecke Braker Straße. Noch auf Bielefelder Gebiet wirft die Firma Kerkmann ihre alte Dampflok an. Besucher können sie besichtigen. Der CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) Herford-Laar und der Hof Brunner laden zu weiteren Aktionen ein. Einen Blick aus 50 Metern Höhe können die Menschen nahe des Stedefreunder Gasthofs Oertmann werfen: Wie schon bei früheren „ohne Auto mobil"-Tagen hängt dort wieder der Ballon der Herforder Brauerei an einem Kran. Viele weitere Akteure platzieren sich darüber hinaus überall an der Strecke. Damit alles reibungslos läuft, sind das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das Technische Hilfswerk (THW), die Verkehrskadetten der Verkehrswacht Bielefeld und das Team von ReiJo Veranstaltungsdienste als Streckenposten im Einsatz. Unterstützt wird die Veranstaltung außerdem von der AOK Nordwest Bielefeld/Güterloh/Herford, die zum Beispiel in Brake den Menschen an einer Torschussanlage von Schalke 04 ermöglicht zu messen, wie stark ihr Schuss ist, der Herforder Brauerei und dem NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr.

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