Gelernt wird gemeinsam: In Bielefeld sollen zwei neue Sekundarschulen gegründet werden – in Gellershagen und Mitte. Sie arbeiten wie Gesamtschulen, nur ohne Oberstufe. Die Kinder lernen von Klasse 5 bis 10 gemeinsam. - © dpa
Gelernt wird gemeinsam: In Bielefeld sollen zwei neue Sekundarschulen gegründet werden – in Gellershagen und Mitte. Sie arbeiten wie Gesamtschulen, nur ohne Oberstufe. Die Kinder lernen von Klasse 5 bis 10 gemeinsam. | © dpa

Bielefeld Jetzt sollen die Eltern abstimmen, was sie von den zwei neuen Sekundarschulen in Bielefeld halten

Schulausschuss nickt pädagogische Konzepte ab. Streit gibt es aber im Umgang mit den Realschulen

Ariane Mönikes

Bielefeld. Zum Schuljahr 2018/19 wird es in Bielefeld wohl zwei neue Sekundarschulen geben. Damit der Weg aber endgültig dafür frei gemacht wird, werden Ende des Monats noch die Eltern befragt. So hat es der Schulausschuss am Abend beschlossen. Allerdings gab es Diskussionen, ob denn auch – wie vorgesehen – eine Hochrechnung tatsächlich sinnvoll ist. Denn es ist davon auszugehen, dass sich nicht alle 6.000 Eltern der Dritt- und Viertklässler an städtischen Grundschulen an der Befragung beteiligen, vor allem aus Stadtteilen, aus denen wohl keine Kinder zu den geplanten Sekundarschulen in Mitte und Gellershagen gehen werden. Jan Maik Schlifter, Kreisvorsitzender der FDP, erklärte, er sei zwar nicht gegen die Elternbefragung, er sprach aber von einer „Hoch-Risiko-Entscheidung", mit zwei Sekundarschulen in Bielefeld an den Start zu gehen. „Innerhalb von Nordrhein-Westfalen sind Sekundarschulen in großen Städten ein Problem", sagt er. "Sekundarschulen sofort im Wettbewerb mit den Realschulen" „Sie funktionieren dort nicht." Weil es alternative Angebote gebe. Außerdem, so Schlifter, würde die Gründung von zwei Sekundarschulen die Problematik im Realschul-Bereich verschärfen. Diese Schulform habe einen enormen Zulauf. „Dort fehlen Kapazitäten." Thomas Wandersleb, schulpolitischer Sprecher der SPD, wies in der Sitzung darauf hin, dass Sekundarschulen alternative Angebote seien – und keine Konkurrenz zu den Realschulen. „Wenn wir eine neue Schulform auf den Weg bringen, heißt das nicht, dass wir andere abwerten." Es gehe nicht um Konkurrenz, sondern eine neue Schulform. Marcus Kleinkes, schulpolitischer Sprecher der CDU, sprach sich zwar gegen eine Hochrechnung aus – auch wenn die schulscharf sowie stadtbezirklich ausfallen wird –, stimmte aber für die Elternbefragung: „Wir stellen Sekundarschulen bewusst in den Wettbewerb zu Innenstadt-Realschulen", erklärte er. Sie kämen nicht in Watte gepackt, sondern müssten sich vom ersten Tag an behaupten. Wichtige Elternbefragung beginnt in zwei Wochen In zwei Wochen wird die Elternbefragung durchgeführt, bis zum 27. September läuft sie. Der Schulausschuss bekommt dann im Oktober jeweils zwei Zahlen vorgelegt: das reale Ergebnis und eine Hochrechnung. Joachim Krollpfeifer (BfB) kritisierte im Ausschuss die Botschaften, mit denen die Stadt auf einem Flyer für die Sekundarschule werbe – dort nämlich heißt es, so Krollpfeifer, bis zur Klasse 9 könne man nicht sitzenbleiben. Sein Kommentar: „Da bin ich platt." Die Konzepte für die beiden Sekundarschulen Königsbrügge und Gellershagen wurden unterdessen genehmigt: Sie sollen zum Schuljahr 2018/19 dreizügig an den Start gehen. Der formelle Errichtungsbeschluss soll im Oktober gefasst werden. Kuhlo-Realschule und Bosseschule sollen dann auslaufend geschlossen werden. Ist die Nachfrage allerdings nicht da, werden sie als Realschulen weitergeführt. Ergebnisse soll die Elternbefragung liefern.

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