Setzen sich für zwei neue Sekundarschulen in Bielefeld ein: Frederik Suchla, Veronika Rosenbohm und Thomas Fredebeul (v. l.) von der Initiative „Sekundarschule jetzt!". - © Oliver Krato
Setzen sich für zwei neue Sekundarschulen in Bielefeld ein: Frederik Suchla, Veronika Rosenbohm und Thomas Fredebeul (v. l.) von der Initiative „Sekundarschule jetzt!". | © Oliver Krato

Bielefeld Streit um Bielefelder Sekundarschulen - Initiative „Sekundarschule jetzt“ macht Werbung

Neue Initiative: „Sekundarschule jetzt!“ will über die Schulform informieren. Am 5. September entscheidet der Schulausschuss über Elternbefragung. Konzepte liegen vor

Ariane Mönikes

Bielefeld. Die Stadt Bielefeld will zwei neue Sekundarschulen errichten. Zum Schuljahr 2018/19 sollen sie am Standort der Brodhagenschule als Sekundarschule Gellershagen und im Gebäude der Kuhlo-Realschule als Sekundarschule Königsbrügge an den Start gehen. Bevor der Rat diese Entscheidung trifft, soll mit einer Elternbefragung geklärt werden, wie viele Eltern diese Schulform auch gut finden. Über diese Befragung wird der Schulausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 5. September (16 Uhr, Rochdale-Raum des Alten Rathauses), entscheiden. Unterdessen hat sich in der Sommerpause die Initiative „Sekundarschule jetzt!" gegründet, die sich für diese Schulform in Bielefeld stark- macht. „Wir wollen sie bewerben und ihre Vorzüge aufzeigen", erklärt Initiativen-Sprecher Frederik Suchla. Die Initiative sei überparteilich, einige Eltern hätten sich ihr angeschlossen, aber auch Lehrer, die an den pädagogischen Konzepten der beiden Schulneugründungen mitgearbeitet hätten, sagt Suchla. Zu diesem Kreis würden 40 engagierte Frauen und Männer gehören. Auf der Seite www.sekundarschule-jetzt.de informiert die Initiative über die Schulform, auch auf Facebook ist sie vertreten. „Es werden bald auch Plakate im Stadtbild auftauchen und Flyer verteilt", sagt Suchla. So sollen die Eltern auch Infos zu den beiden zentralen Informationsveranstaltungen bekommen, zu denen die Stadt am Montag, 18. September, um 19 Uhr in die Aula der Kuhlo-Schule sowie am Mittwoch, 20. September, in die Aula der Brodhagenschule (ebenfalls um 19 Uhr), einlädt. Die Initiative richte sich allerdings nicht gegen eine bestimmte Schulform, erklärt Suchla und meint damit die Realschulen. Aus den Reihen der Realschul-Eltern gibt es seit Monaten Protest. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und kritisieren, dass zu wenig in Realschulen investiert wird. Der Sprecherrat der Schulpflegschaften hatte sich bereits mit einem Brandbrief an die Bezirksregierung gewandt (die NW berichtete). „Uns geht es um ein neues, attraktives Angebot, das wir etablieren wollen", erklärt Frederik Suchla. Die Sekundarschule arbeitet wie die Gesamtschule, nur ohne Oberstufe. Die Kinder lernen von Klasse 5 bis 10 gemeinsam. Bis Ende der Klasse 9 kann man nicht sitzenbleiben. Frederik Suchla selbst hat als Kind die Gesamtschule Stieghorst besucht, erzählt er. „Bei mir wäre nur die Realschule drin gewesen", sagt er. Suchla machte Abitur, heute unterrichtet er an der Gesamtschule Quelle. Gibt der Schulausschuss grünes Licht, wird das Schulamt Ende September alle knapp 6.000 Eltern der 3. und 4. Klassen der Bielefelder Grundschulen zu ihrer gewünschten weiterführenden Schulform befragen. Die Eltern bekommen einen Fragebogen, den sie aber auch im Internet beantworten können, erklärt Schuldezernent Udo Witthaus. „Die Fragen können in 15 Sprachen abgerufen werden." Im Juni hatte der Schulausschuss die Verwaltung aufgefordert, die Befragung vorzubereiten. Ein Erlassentwurf des Schulministeriums für eine solche Befragung liegt zwar noch nicht vor, die Bezirksregierung empfiehlt aber eine Befragung, so Witthaus.

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