Durchgefallen: Bei einem Lärmgutachten waren vor allem die Besucher außerhalb des Falkendoms zu laut. - © Jens Reichenbach
Durchgefallen: Bei einem Lärmgutachten waren vor allem die Besucher außerhalb des Falkendoms zu laut. | © Jens Reichenbach

Bielefeld Falkendom bei Heavy-Metal-Konzert unzulässig laut

Falken und Stadt wollen weiter auf Anwohner zugehen und Lärm verringern

Stefan Gerold

Bielefeld. Der Streit um den Falkendom geht in die nächste Runde. Von der Dekra liegt inzwischen ein Lärmgutachten vor, demnach es bei einem Heavy-Metal-Konzert am 24. Juni für die Nachbarn unzulässig laut gewesen ist. Wie berichtet hatten zwei benachbarte Familien gegen die von der Stadt erteilte Betriebsgenehmigung des von den Falken an der Meller Straße 77 betriebenen Falkendoms geklagt und im Oktober 2016 im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Minden Recht bekommen. Demnach gilt für den Veranstaltungsort nun zwischen 22 und 6 Uhr ein Veranstaltungsverbot. Da nach dem Umbau für 840.000 Euro auch Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt worden sind, hatten die Richter bei drei Probeterminen Lärmmessungen vorgeschlagen. Das Heavy-Metal-Konzert galt dabei als Härteprobe. Laut Dekra wurden die geltenden Immissionswerte von 45 Dezibel in der Spitze um etwas mehr als 10 Dezibel überschritten. Gemessen wurde in den anliegenden Obergeschosswohnungen an der Sudbrackstraße. Laut Gutachten waren vor allem die Besucher zwischen 22 und 24 Uhr außerhalb des Falkendoms erheblich zu laut, aber auch die Musik konnte bei den Messungen deutlich in den Wohnungen der Kläger wahrgenommen werden. "Endlich mal etwas schwarz auf weiß" „Jetzt haben wir endlich mal etwas schwarz auf weiß, das unsere Wahrnehmungen bestätigt", erklärte der Sprecher der klagenden Familien, der seinen Namen nicht mehr öffentlich genannt haben möchte, da er in der Vergangenheit wüst beschimpft worden sei. „Wir galten als überempfindlich und ewige Nörgler. Dabei wollen wir doch eigentlich nur wie jeder Mensch einfach in Ruhe leben." Der Anwohner goutierte aber, dass die Falken durch eine andere Lenkung der Besucher zum Falkendom Fortschritte erzielt hätten. Das reiche aber bei weitem nicht aus, weitere Lärmschutzmaßnahmen müssten her. Falken-Geschäftsführer Uli Gödde avisierte Gespräche mit den Anwohnern und der Stadt nach den Sommerferien. „Wir sind bereit, über weitere Schritte nachzudenken, um die Werte weiter runter zu bekommen. Das können sowohl organisatorische wie auch bauliche Maßnahmen sein", erklärte er." Auch Reinhold Beck aus dem Bauamt der Stadt bestätigte, dass an einem neuen Konzept gearbeitet werde und ist „optimistisch, dass es eine Einigung mit den Anwohnern" geben werde und „langfristig Konzerte auch nach 22 Uhr im Falkendom stattfinden werden".

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