Am Samstag, 24. Juni, wird der Falkendom einem echten Härtetest unterzogen. Ist es zu laut, bleibt er ab 22 Uhr zu. - © Symbolfoto: dpa
Am Samstag, 24. Juni, wird der Falkendom einem echten Härtetest unterzogen. Ist es zu laut, bleibt er ab 22 Uhr zu. | © Symbolfoto: dpa

Bielefeld Zu laut: Heavy-Metal-Lärmmessung für den Falkendom

Jens Reichenbach

Bielefeld. Seit dem großen Umbau haben die Betreiber des Falkendoms an der Meller Straße zwischen 22 und 6 Uhr Veranstaltungsverbot. Ein Nachbar hatte gegen die erteilte Betriebsgenehmigung der Stadt geklagt und im Oktober 2016 im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Minden Recht bekommen. Eine Heavy-Metal-Härteprobe soll jetzt für Fakten sorgen. Denn Stadt und Betreiber (Falken) hatten bei dem 840.000-Euro-Umbau durchaus auch Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt. Ob diese aber bei Livekonzerten und Partys genug Geräusche abdämpfen, ist wegen des Urteils nach 22 Uhr nie ausprobiert worden. Beim jüngsten Ortstermin schlugen die Richter deshalb vor, bei drei Probeterminen Lärmmessungen durchzuführen. Die Kläger, die Stadt und die Falken akzeptierten dieses Vorgehen. Volles Heavy-Metal-Programm für das Verwaltungsgericht Falken-Geschäftsführer Uli Gödde betont: „Wir wollen realistische Bedingungen. Deshalb findet am kommenden Samstag das Noctura-Metal-Konzert mit vier Livebands aus Bielefeld und Umgebung statt." Am Samstag, 24. Juni, spielen ab 19.30 Uhr Garden of Sinners, Wilt, Tongue und Timor et Tremor. Bei einem zweiten Termin am 1. Juli setzen die Falken auf Theater und Satire einer Gruppe der Uni Bielefeld, die dritte Veranstaltung unter Lärmmessung stehe zwar noch nicht fest, soll aber wieder mit Livemusik über die Bühne gehen, so Gödde. Außerdem sind laut dem Geschäftsführer bei dem Ortstermin neue Überlegungen zur Besucherlenkung angestellt worden: „Lärmfaktor ist nicht nur die Musik drinnen, sondern sind auch die Gäste draußen", erklärt Gödde. Deshalb soll im Innenhof jetzt eine Absperrung helfen, die Besucher in die richtige Richtung zu lenken." An die Zuschauer: Nicht extra leise sein Eine der beiden klagenden Familien hatte im Gespräch betont: "Wir wollen nicht die Bösen sein. Aber wir wollen auch unsere Lebensqualität erhalten." Vor allem die Falkendom-Partys hatten den beiden Familien in der Vergangenheit schlaflose Nächte bereitet, auch wegen der Gäste vor der Tür - teilweise bis 5 Uhr früh. Weil der Vorgang für alle Beteiligten sehr wichtig ist, wendet sich der Geschäftsführer an die Besucher der Konzerte: „Wir wollen ausdrücklich nicht, dass am Samstag alle extra leise sind. Alles soll realistisch sein." Denn die drei Messungen der Dekra dürften für den Ausgang der Gerichtsverhandlung von großer Bedeutung sein.

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