Mit Megafon: Daniela Schmidt-Müller, Schulpflegschaftsvorsitzende der Bosseschule, bei der Protest-Aktion vor dem Alten Rathaus. Einige Schüler haben sogar Plakate gestaltet. - © Wolfgang Rudolf
Mit Megafon: Daniela Schmidt-Müller, Schulpflegschaftsvorsitzende der Bosseschule, bei der Protest-Aktion vor dem Alten Rathaus. Einige Schüler haben sogar Plakate gestaltet. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Realschüler protestieren vor dem Bielefelder Rathaus

Bosseschule: 150 Mädchen und Jungen haben vor dem Rathaus für den Erhalt gekämpft. Anfang Juni soll es Gespräche zwischen Elternvertretern und der Bezirksregierung geben

Ariane Mönikes

Bielefeld. Die Bosseschule soll geschlossen werden. Zwar war die geplante Schließung nicht Thema im Schulausschuss am Abend, vor der Sitzung aber haben Schüler und Eltern trotzdem lautstark protestiert und auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Rund 150 Schüler und Eltern beteiligten sich an dem Protestzug von der Bosseschule zum Rathaus. Die Eltern fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. Schulpflegschaftsvorsitzende Daniela Schmidt-Müller: „Es kann nicht sein, dass wir lautstark auf die Straße treten müssen, damit man die Belange der Realschulen ernst nimmt." Wie mehrmals berichtet, sollen mit Kuhlo- und Bosseschule zwei Realschulen schließen, am Standort Brodhagen soll in Kooperation mit der Bosseschule eine Sekundarschule entstehen. Die Schulpflegschaft fordert, dass der Schließungsbeschluss gestoppt wird. Eltern setzen Hoffnung auf Gespräch Die Eltern, die vom Sprecherrat der Schulpflegschaften an den städtischen Realschulen unterstützt werden, setzten ihre Hoffnungen jetzt in ein Gespräch mit Vertretern der Bezirksregierung Detmold, das laut Nursel Korkmaz aus dem Sprecherrat für Anfang Juni angesetzt ist.Laut Georg Müller, Schulamtsleiter der Stadt Bielefeld, werden die Eltern vor der nächsten Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 20. Juni, eine schriftliche Resolution überreichen. Wann der Schließungsbeschluss ansteht, sei noch nicht abzusehen. Spätestens zum Errichtungsbeschluss für die neue Sekundarschule aber müsse er vorliegen. Die Eltern der Bosseschüler sind indes optimistisch, dass ihre Schule bestehen bleibt. Verstehen können sie die Pläne dennoch nicht. „Der Elternwille ist ein ganz anderer", sagt Daniela Schmidt- Müller. Anstatt dem Wunsch nach größeren Räumlichkeiten zu entsprechen, stünde nun eine mögliche Schulschließung bevor. „Das passt nicht zusammen." Beengte Raumsituation Die Bosseschule versuche seit über einem Jahr, einen standortnahen Schulwechsel zur Brodhagenschule umzusetzen, da dieses Gebäude weitere Ausbau-Möglichkeiten bietet, sagt Schmidt-Müller. Die beengte Raumsituation sei für Schüler und Lehrer belastend. „Teilweise haben wir 32 Schüler in einer Klasse." Seit dem Schuljahr 2013/14 habe die Nachfrage an Realschulplätzen derartig zugenommen, dass auch die Bosseschule seitdem jeweils drei Züge in Jahrgang 5 aufnehmen musste.

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