Ankunft der Braunschweiger Fans am Bielefelder Hauptbahnhof. - © Barbara Franke
Ankunft der Braunschweiger Fans am Bielefelder Hauptbahnhof. | © Barbara Franke

Bielefeld Ruhiger Polizeieinsatz zum Braunschweig-Spiel, aber Randale am Alten Markt

Polizeibekannte Problemfans aus Braunschweig und Bielefeld trafen in der Altstadt aufeinander

Jens Reichenbach

Bielefeld. Das Zweitligaspiel von Arminia Bielefeld gegen den Aufstiegskandidaten Eintracht Braunschweig bedeutet für die Polizei das fünfte und letzte Brisanzspiel der Saison. Nach den Gastspielen von VfL Bochum, Dynamo Dresden, Fortuna Düsseldorf und FC St. Pauli war am Sonntag also Eintracht Braunschweig dran. Knapp 4.000 Gästefans reisten schätzungsweise an, 1.400 davon mit der Bahn. Ihnen gegenüber standen mehrere Hundertschaften der Polizei. Die Polizei lotste die Fans direkt zum bereit stehenden Busshuttle-Service am Neuen Bahnhofsviertel. Der teure und logistisch aufwendige Transfer soll laut Polizeisprecher Achim Ridder eine konsequente Trennung der verfeindeten Fanlager gewährleisten und die Gefahren für die Bürger minimieren. Wie brenzlig ein Aufeinandertreffen werden kann, hatte die Polizei gegen 13 Uhr auf dem Alten Markt einzuschätzen, als plötzlich mitten in der Altstadt polizeibekannte Problemfans aus Braunschweig und Bielefeld auftauchten. Randale im Stahlberg, Polizeizelle für den Haupttäter Zuerst verhielten sie sich friedlich, doch nach Angaben von Einsatzleiter Dirk Butenuth wurde die Stimmung zunehmend aggressiv: "Wir hatten den Verdacht, dass man sich zu einer Auseinandersetzung außerhalb des Stadion verabredet haben könnte", so Butenuth. Nachdem Braunschweig-Fans tatsächlich im Restaurant Stahlberg randalierten und eine Rigips-Wand beschädigten, griff die Polizei zu. Die Personalien der rund 20 Eintracht-Anhänger wurden überprüft, der Haupttäter kam für die Dauer des Spiels in eine Polizeizelle. Am Bahnhof zogen die Beamten zwei Eintraqcht-Anhänger aus der Menge. Laut Ridder hatte einer von ihnen mit einer Dosen geworfen (Gefährliche Körperverletzung), der andere musste wegen Beleidigung auf den besuch im Stadion verzichten. Auch sie landeten im Polizeigewahrsam. Trotzdem ist der Einsatz für die Polizei sehr erfolgreich zu Ende gegangen. Die Fan-Trennung verlief mit Hilfe der Bus-Shuttle problemlos. Nur nach dem 6. Tor kam es unter den frustrierten Fans im Stadion zu einem Wutausbruch: "Dabei wurde das Zugangstor ins Stadioninnere mutwillig beschädigt. Ein Trupp der Einsatzhundertschaft hat dieses Tor schließlich gesichert, damit niemand ins Stadion stürmen konnte", so Ridder. Die Abreise der illusionierten Gäste verlief anschließend aber äußerst friedlich und problemlos.

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