Das Fanprojekt kritisiert die Polizei. - © Christian Weische
Das Fanprojekt kritisiert die Polizei. | © Christian Weische

Bielefeld Hooligan-Krawalle in Bochum: Fanprojekt Bielefeld kritisiert Polizei deutlich

Reaktion auf vermeintliche Fan-Attacke / Bundesbeamte bleiben bei ihrer Version / Videos sollen ausgewertet werden

Dennis Rother

Bielefeld. Schlecht vorbereitet, ruppig und taktlos: Mit deutlichen Worten kritisiert Ole Wolff vom Fanprojekt Bielefeld den Polizeieinsatz bei den Ausschreitungen beim Arminia-Spiel in Bochum. Auch der Verein geht mit den Einsatzkräften hart ins Gericht. Die Bundespolizei bleibt bei ihrer Version. Ole Wolff war selbst vor Ort. Wie berichtet, haben DSC-Gewalttäter laut Polizei Beamte attackiert, unter anderem nachdem ein Fan am Bahnhof kontrolliert worden war. Eine unvollständige, falsche Darstellung, so Wolff. Arminen seien etwa selbst Opfer eines „Angriffs" von Bochumer Hooligans geworden. Das sei auf dem Weg vom Stadion zum Bahnhof nach Spielschluss an einem in Fankreisen bekannten Kiosk passiert. Genau dort sei es schon oft zu Provokationen von Bochum-Fans gekommen. „Sowas muss die Landespolizei wissen", sagt Wolff. Dennoch gingen 20 bis 30 Gewalttäter ungehindert den Arminen-Tross an. „Erst dann wurde mit Pferden eingeschritten", so Wolff. Die Beamten hätten Schlagstock und Pfefferspray eingesetzt, auch Unbeteiligte seien betroffen gewesen. Und auch im Bahnhofstunnel, dort wo wiederum die Bundespolizisten laut eigenen Angaben mit Gegenständen beworfen wurden, hat laut Wolff das ruppige Vorgehen zur Eskalation beigetragen. Wolff fand den Einsatz „unverhältnismäßig". Entsprechend angespannt sei die Atmosphäre schließlich am Bahnsteig gewesen. Beleidigungen gab es laut Arminia-Fans von beiden Seiten. „Äußerst aggressiv" seien die uniformierten Kräfte vorgegangen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Arminia und Fanprojekt. Die Zahl der verletzten unbeteiligten Fans laut dem DSC: zweistellig. Und weiter: „Ein Schlagstockeinsatz auf dem Bahnsteig führte zu einer lebensbedrohlichen Situation, da Panik entstand und mindestens eine Person auf das Gleis fiel." Es sei "nur den glücklichen zeitlichen Umständen zu verdanken, dass in jenem Moment kein Zug durch- oder einfuhr". Bundespolizeisprecher Volker Stall wiegelt unterdessen ab. Die Beamten hätten reagiert, nicht agiert. Sie seien angegangen worden, nachdem sie bei einem Fan lediglich Personalien hätten feststellen wollen. Die Details in der Pressemitteilung, die vom DSC als "einseitige Schuldzuweisung" zurückgewiesen wurde, bestätigte Stall einmal mehr. Zudem gebe es Videoaufnahmen, Ermittlungsverfahren laufen. „Richter werden entscheiden, nicht Fanprojektsprecher."

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